APOTIPP

 

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SCHNUPFEN – Behandlung beugt SINUSITIS vor!

Ein ähnlicher Artikel ist von mir verfasst in der Fachzeitschrift „Der Neue Apotheker“ Nov.2004 erschienen.

 

Kaum sind die Tage weniger sonnig, kälter und feuchter, beginnt die Nase zu rinnen.

Über 200 Virenarten können einen Schnupfen auslösen. Sie werden durch Tröpfchen beim Niesen, Sprechen und Hautkontakt von Mensch zu Mensch übertragen.

Menschenrassen aus kälteren Regionen haben genetisch bedingt längere Nasen, um die Luft beim Einatmen  eine längere Zeit zu erwärmen. „Langnasen“ werden wir von anderen Völkern genannt. Trotzdem gibt es aber viele Beschwerden bei der Nasenatmung.

 

Ursachen für das Auftreten eines Schnupfens:

·        Viren siedeln sich auf einer durch trockene Raumluft, Unterkühlung,… vorgeschädigten Nasenschleimhaut an. Sie zwingen Körperzellen, neue Viren zu produzieren. Ein geschwächtes Immunsystem kann diesen Prozess nicht aufhalten.

·        Erkältungen, grippale Infekte

·        Allergische Rhinitis: Heuschnupfen, oder durch Milbenvermehrung am Beginn der Heizsaison aber auch Schimmelpilzbefall in der Wohnung

·        Schleimhautreizende Stoffe: Chemikalien, Staub, Zigarettenrauch

·        Rhinitis medicamentosa: Arzneimittelschnupfen durch zu lange Anwendung von a-sympathomimetischen Nasentropfen

·        Vasomotorischer Schnupfen: durch Gefäßerweiterung im Alter

Viral bedingter Schnupfen ist wässrig, glasig serös

Bakterielle Erreger bedingen einen grün-gelblichen Ausfluss 

 

SINUSITIS- Entzündung der Nasennebenhöhlen

Der Mensch hat sieben Nasennebenhöhlen, ihre feinen Ausführgänge münden in die Nase oder in den Nasenrachenraum. Diese Hohlräume sind normalerweise gut belüftet. Sie sind mit der gleichen Schleimhaut ausgekleidet wie die Nase und produzieren auch Sekret zur Reinigung. Wenn der Abtransport von Schleim mit Hilfe von Flimmerhärchen  behindert ist, staut sich das Sekret in der Höhle, Bakterien können wachsen, die Schleimhaut entzündet sich. Außerdem sinkt dort der Sauerstoffgehalt, in der CO² reicheren Luft  vermehren sich anaerobe Keime schnell. Nicht nur die Nasennebenhöhlen können sich entzünden, auch die Mittelohren! Ärztlich Kontrolle empfehlen!

 

Ursachen für eine Verlegung der Ausführgänge:

·        Schleimhautschwellung durch eine Erkältung und Schnupfen

·        Manche Menschen und Kinder haben sehr enge Ausführgänge, die schnell zuschwellen

·        Angeborene Nasenscheidewandverkrümmung

·        Nasenpolypen

·        Zahnwurzelentzündungen

·        Verkleben von Flimmerepithel durch Tabakrauch

·        Tumor

 

Symptome der Sinusitis:

·        Meistens Folge eines eitrigen Schnupfens

·        Behinderte Nasenatmung durch eine verstopfte Nase

·        Pochende Schmerzen oder Druckgefühl über und  hinter den Augen, im Wangenbereich, bei der Nasenwurzel

·        Verstärkung der Schmerzen beim Vornüberbeugen

·        Oft begleitend: Hohes Fieber, Schwäche, Heiserkeit, Mundgeruch

·        Schmerzhafte Schwellungen im Bereich der Stirn, Augen, Wangen

·        Zu Mittag sind die Symptome meistens am stärksten

 

 

Behandlung und Tipps:

 um den Erkältungsschnupfen zu bekämpfen, die Ausführgänge der Nebenhöhlen freizulegen und damit  überschüssiges Sekret abfließen kann:

·        Bis zu vier Liter Wasser, Tee, verdünnte Fruchtsäfte, Suppen täglich trinken

·        Chemische Mykolytika „Schleimlöser“, pflanzliche Tropfen und Kräutertees eignen sich zum Lösen von zähem Sekret.

·        Stärkung des Immunsystem mit richtig dosierter sportlicher Bewegung, Vitamine, Echinacin, Zink, Homöopathie,…

·        Bei körperlich anstrengender Arbeit und starkem Schnupfen- Vorsicht, dass das Immunsystem nicht zu stark belastet wird und ein schwerer Infekt folgt!

·        Superinfektionen: Wenn die Körperabwehr geschwächt ist, nisten sich Bakterien zusätzlich sehr leicht in Lunge, Mittelohr,…ein!

·        Schnupfenbehandlung mit a-Sympathomimetika „Nasentropfen“: Sie schwellen die Nasenschleimhaut ab.

·        Rhinitis medicamentosa: durch das oftmalige Verwenden von diesen Nasentropfen oder Sprays schwillt die Nasenschleimhaut stark an, ohne dass ein Schnupfen vorliegt. Aber man benötigt wieder abschwellende Medikamente! Jeder Patient muss vor einer längeren Einnahme gewarnt werden! Reboundeffekt

·        Um eine längere Einnahme zu vermeiden, auf Meerwassersprays ausweichen. Wenn die Salzlösungen aber nicht helfen, auf eine schwächere Dosis (Kleinkinder- Konzentration!) wechseln.

·        Diese schleimhautabschwellenden Nasentropfen oder Sprays können aber auch die Nasenschleimhaut austrocknen – Rhinitis sicca

·        Nebenwirkungen dieser Tropfen auf den Kreislauf sind bei Überdosierung nur von Phenylephrin zu erwarten – Vorsicht aber bei Schwangeren und Kunden mit Kreislaufproblemen oder Glaukom!

·        Das Konservierungsmittel Benzalkonium – in den meisten Spezialitäten enthalten (außer in Fentrinol®, Nasivin sanft® oder Coldan®) kann das Flimmerepithel zerstören, das die Nase auf natürliche Weise reinigt.

·        Jeder Patient soll ein eigenes Nasentropfflascherl oder eine Spezialtropfflasche verwenden, die keine Keime weitergeben kann.

·        Bei Krustenbildung in der Nase sind Gele oft besser als Tropfen, weil sie das Austrocknen der Nasenschleimhaut verhindern.

·        Zur Befeuchtung der trockenen Nasenschleimhaut,  zur Verflüssigung des Sekretes und bei Verstopfungen: Spülung oder Inhalation von heißen Kochsalzwasser oder Meerwasser ( Vorsicht, dass die Augen nicht gereizt werden! –Nasenmaske oder speziellen Naseninhalator verwenden).

·        Kochsalzlösungen sollten die Patienten nicht selber herstellen, weil eine falsche Konzentration des NaCl Reizungen hervorrufen kann.

·        Säuglingen Muttermilch in die Nase tropfen oder Kochsalz-  Meerwassersalzlösungen verwenden.

·        Günstig ist eine Kombination von Nasentropfen mit Dexpanthenol zum Heilen oder Aloe Vera zum Befeuchten.

·        Silbernitrattropfen wirken desinfizierend, adstringierend, bewähren sich besonders bei eitrigem Schnupfen.

·        Heilsalbe zur Pflege des äußeren Nasenbereiches.

·        Orale Rhinolytica „Schnupfenmittel“ enthalten meist ein Sympathomimetikum und ein Antihistaminikum- Vorsicht bei der Einnahme im Straßenverkehr, bei Hypertonie, Koronarerkrankungen, Glaukom,…

·        Ätherische Ölsalben auf Brust und Rücken verteilen und inhalieren.

·        Richtig Schnäuzen: immer ein Nasenloch fest zuhalten, durch das andere fest blasen, damit nicht Krankheitserreger von der Nase in die Nebenhöhlen gepresst werden.

·        Häufig Händewaschen am besten nach jedem schnäuzen, weil sich Keime über Hautkontakt verbreiten können.

·        Geheizte Zimmer oft lüften, Luftfeuchtigkeit erhöhen ( trockene Schleimhaut ist anfälliger für die Besiedelung von Keimen)

·        Spazierengehen ist gut- Im Freien ein Stirnband oder eine Haube tragen

·        Rotlichtbestrahlungen dämmen die Entzündungen ein.

·        Temperaturansteigende Fußbäder werden durch die Blutumverteilung angenehm empfunden.

·        Vermeiden von starken Temperaturveränderungen - sie erhöhen die Nebenhöhlenschmerzen!

·        Bei manchen Patienten klären sich die Beschwerden bei der Sauna.

·        Kopf im Bett hochlagern

·        Kühle Temperatur im Schlafzimmer

·        Ruhe, Schlaf, Schwitzkuren mit Lindenblütentee, Wadenwickel

·        Verzicht aufs Rauchen – rußige Inhaltsstoffe zerstören sogar die gesunde Nasenschleimhaut.

·        Aus einer nicht richtig behandelten akuten Sinusitis kann bald eine chronische werden!

·        Wenn nach wenigen Tagen keine Besserung eintritt oder hohes Fieber auftritt, den Arzt aufsuchen!

·        Bei starken Beschwerden in den Nebenhöhlen unbedingt zum Arzt gehen.

·        Punktion von Sekret durch den Arzt.

·        Eventuell eine schiefe Nasenscheidewand operativ begradigen lassen.

·        Lebensbedrohliche Komplikationen der Sinusitis können durch Ausbreitung der Entzündung im Kopf entstehen- Meningitis, Enzephalitis!

 

Einige Medikamente:

·        Etwa 4-6 Stunden wirkt Naphazolin (Coldan®, Rhinon®, Rhinoperd®)

·        Etwa 6 Stunden wirkt Phenylephrin (Vibrocil®)

·        Etwa 6-8 Stunden wirkt Oxymetazolin (Nasivin®, Wick®Sinex)

·        Etwa 8-10 Stunden wirkt Xylometazolin (Otrivin®)

·        Pflanzliche Tropfen, Tabletten, Sirupe und Tees mit Eibisch, Thymian, Primel,…

·        Die Homöopathie kennt viele wirksame Substanzen für die verschiedenen Beschwerden einer Rhinitis: Allium Cepa, Euphorbium und Kalium Jodat (wässriges Sekret), Pulsatilla( schleimige Absonderung), Luffa( bei Trockenheit, Krustenbildung), Sabadilla( Niesanfälle), Sulfur(Stockschnupfen), oder Sinusitis: Kalium bichromicum, Hydrastis(Druckgefühl in den Nebenhöhlen), Thuja (chronische Entzündungen),…

·        Kindern nur Tropfen mit Salzlösungen oder verminderten Vasokonstriktorgehalt geben (Fentrinol®, Nasivin sanft®).

 

Einen Herbst und Winter ohne rinnende Nase oder verstopfte Nebenhöhlen wünscht Ihnen

Mag. Eva Fellner

 

www.apotipps.at.tt

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