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Kein Kopfzerbrechen bei Migräne

 

   Migräne bedeutet: „Anfallsweise, wiederkehrende Störungen von Hirnfunktionen, die meist halbseitige Kopfschmerzen im Bereich der Schläfen oder rund um die Augen verschiedener Stärke und Dauer (eine Stunde bis drei Tage) hervorrufen.“

   Häufig treten die ersten Migräne- Attacken zwischen dem 10. und 20. Lebensjahr auf. Sollte der erste Anfall erst nach dem 50. Geburtstag sein, dürfte es sich um keine Migräne, sondern um eine andere ernsthafte Erkrankung handeln.

   Die genauen Ursachen der Migräne sind noch nicht restlos bekannt, chemische Veränderungen der Blutgefäße im Gehirn lösen Entzündungen aus, die durch das ständige Pulsieren des Blutes einen quälenden Kopfschmerz verursachen.

Typische Migränekopfschmerzen entstehen meist, wenn sich verengte zerebrale Gefäße wieder weiten und Blut einschießt. Plasma wird aus den Gefäßen ins Gewebe gepresst, neurogene Entzündungen entstehen, Botenstoffe werden ausgeschickt.

 

Vier Phasen einer Migräneattacke:

  1. Vorboten: bis zu zwei Tage vorher: Überaktivität, Heißhunger, Gereiztheit, Depression…
  2. Aura-Phase: bei etwa 15% der Betroffenen setzt 60 Minuten vor dem Anfall eine Störung des Sehsinns oder Gefühlstörungen der Haut auf.
  3. Kopfschmerzphase: Pulsierende, pochende Schmerzen, oft begleitet mit Übelkeit und Erbrechen
  4. Nachher besteht einige Tage lang eine verminderte Belastung, depressiver Verstimmung, Müdigkeit…

 

Was kann Migräne auslösen?

Es gibt viele verschiedene Ursachen, die eine Attacke auslösen können.

  äußere intensive Reize z.B. Licht, Lärm, Temperaturwechsel, Klimaschwankungen,...

 unregelmäßiger Tagesablauf, Frühstück auslassen (Absinken des Blutzuckerspiegels), Schlafdefizit, zu langes Schlafen, extreme körperliche Anstrengung, zu langes Fernsehen, zu heißes Baden,...

   übermäßige psychische Belastungen: Sorgen, Angst, Depression, Trauer, Schock, Stress, Erregung,...

  bestimmte Nahrungsquellen: * Käse, * fette Speisen,* bestimmte Fertiggerichte oder chinesisches Essen, das mit *Glutamin als Geschmacksverstärker zubereitet wird, * Schokolade (Heißhungerattacken), * alkoholische Getränke (besonders Rotwein), aber auch zu * intensives Fasten (Blutzuckerschwankungen vermeiden!), *Eis, *starke Gerüche von Chemikalien, auch * Parfums,...Beobachten Sie sich selbst!

  Hormonveränderungen in der Pubertät und vor, während und nach der Menstruation.

 

Führen Sie ein Tagebuch: So können Sie Ihre persönlichen Auslösefaktoren am schnellsten erkennen und die wirkungsvollsten Maßnahmen der Migräneprophylaxe treffen!

 

Prophylaxe der Migräne:

   Meiden von übermäßigen Reizen der Sinnesorgane z.B. grelles Licht, übermäßiger Lärm, kein Alkohol, keine großen Mahlzeiten vor dem Schlafen

   Planen von gleichmäßigen Tagesrhythmen

   Erlernen von Entspannungstechniken, autogenes Training, Stressbewältigung, Stressverminderung, Schulter- Nacken- Lockerungsmassagen ;

  wechselwarme, ansteigende Fußbäder;

 regelmäßige sportliche Bewegung ohne Leistungsdruck z. B. Joggen, Radfahren, Schwimmen, Spazierengehen,...

   Akupunktur

 

Vorzeichen der Migräneattacke

         übermäßige Reizbarkeit, Abgeschlagenheit trotz ausreichenden Schlafes, Konzentrationsstörungen, depressive Verstimmung, aber auch unerklärliche Aktivität, Heißhunger auf bestimmte Mahlzeiten, ungewohnt kalte Füße und Hände

         Bei 10% der Patienten kann es kurz vor dem Anfall zu Nervenfunktionsstörungen im Gehirn kommen, die man „Aura“ nennt: Sehstörungen (Flimmern, Lichterscheinungen, Gesichtsfeldeinschränkungen), Schwindel, Kribbeln auf der Haut, Mund und Lippen fühlen sich taub an, sodass das Sprechen schwer fällt, Gefühllosigkeit in Armen und Beinen

 

Der Migräneanfall

Die Symptome beginnen schwach, dauern wenige Minuten bis eine Stunde, bevor ein heftiger, pochender, hämmernder oder dumpfer Kopfschmerz eintritt, meist von Übelkeit und Erbrechen begleitet. Eine Attacke kann 20 Minuten bis einige Tage dauern.

 

 

Therapie der Migräne

   Durch das Führen eines Kopfschmerztagebuches lassen sich viele Auslösefaktoren erkennen und vermeiden.

   rechtzeitige Einnahme eines Schmerzmittels ist notwendig, um den Anfall abzufangen oder zu lindern

   oft hilft eine Tasse starken Kaffees

   manchmal hilft eine Magnesiumtherapie

   Ausatmen in ein Plastiksackerl und die sauerstoffarme Luft wieder einatmen

   Applikation von Pfefferminzöl im Bereich der Stirn

   Abschirmen des Patienten, Vermeiden jeden Reizes auf die Sinnesorgane: dunkles Zimmer, Ruhe, Schlaf,...

*      medikamentöse Behandlung, von Ärzten und Fachärzten verordnet.

*       

Rechtzeitig reagieren

Obwohl bei Kopfschmerzen nicht immer sofort zu Analgetika gegriffen werden sollte, muss bei einer drohenden Migräneattacke rechtzeitig mit einer richtig hoch dosierten Einnahme begonnen werden. ASS 1000mg in gelöster Form, Ibuprofen 400mg aber auch Paracetamol 1000mg gelten als Mittel der ersten Wahl bei Migränekopfschmerzen. Kombinationen mit Coffein können die Wirksamkeit um 40% steigern. Für andere Kombinationen liegt kein ausreichender Wirksamkeitsnachweis vor. Bei starken Schmerzen oder wenn nach einer halben Stunde keine Wirkung eintritt, hilft keine weitere Erhöhung der Dosis! Hier muss auf einen anderen Wirkstoff ausgewichen werden.

Da sich Kopfschmerzpatienten meist selbst behandeln, tritt oft ein arzneimittelinduzierter Kopfschmerz auf, als Folge einer falschen Dosierung und Einnahmehäufigkeit. Sie sollten immer wieder auf eine Faustregel aufmerksam gemacht werden: Analgetika maximal 3 Tage in Folge und höchstens 10 Tage im Monat einnehmen! Bei häufigeren Schmerzen sollte eine neurologische Untersuchung stattfinden.

 

Triptane, seit 1992, binden selektiv an Serotoninrezeptoren der zerebralen Gefäße und bewirken eine Vasokonstriktion der bei Migräne schmerzhaft geweiteten Blutgefäße. Außerdem hemmen Triptane die Freisetzung von entzündungsfördernden Neuropeptiden, die Ausbreitung der Schmerzen wird unterbrochen. Verschiedene Triptane weisen eine unterschiedliche Rezeptorspezifität auf, sodass ein Wechsel bei nicht Ansprechen sinnvoll ist.

 

   Es gibt viele neue Medikamente, jährlich werden neue Arzneimittel gegen die Migräne entwickelt.

Leider wirkt nicht jedes Medikament bei jedem Patienten gleich, sodass oft ein Ausprobieren von verschiedenen Präparaten notwendig ist. Außerdem gibt es diverse Darreichungsformen: Tabletten, Nasensprays, Zäpfchen, Injektionen,...

   Sollten die Migräneanfälle häufiger als 3x im Monat auftreten, werden von vielen Ärzten prophylaktisch blutdrucksenkende Arzneimittel (Betablocker, Ca-Antagonisten), Antikonvulsiva oder Antidepressiva eingesetzt.

   Gegen Übelkeit und Erbrechen verschreibt der Arzt ebenfalls geeignete Präparate.

 

Zur Beantwortung weiterer Fragen stehe ich jederzeit gerne zur Verfügung!

                                                                                                                     

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                                                                                                                      Mag. Eva Fellner

 

Wichtigste Merkmale von Spannungskopfschmerz, Migräne und Medikamenten- beziehungsweise Entzugskopfschmerz

 

?

Migräne

Spannungs-
kopfschmerz

Kopfschmerzen durch Medikamente

In welchem Bereich des Kopfes treten die

Schmerzen auf?

überwiegend einseitig, selten beidseitig

ganzer Kopf, Hinterkopf, Scheitelregion, Stirn

ganzer Kopf, meist beidseitig

Wie lange dauern die Schmerzattacken?

4 bis 72 Stunden

Stunden bis 1 Tag

Dauerschmerz

Wie häufig treten die Schmerzen auf?

1 bis 6 mal pro Monat (nie täglich)

gelegentlich bis täglich

Dauerschmerz

Wie stark sind die

Schmerzen?

stark

leicht bis mittel

mittel bis stark

Wie fühlt sich der

Schmerz an?

pochend, hämmernd, pulsierend

dumpf, drückend

dumpf, bohrend, stechend

Gibt es Begleiterscheinungen?

Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Lärmempfindlichkeit

kaum

leichte Übelkeit und Lichtscheu

Wodurch werden die Schmerzen ausgelöst?

Alkohol, Stress, Hormonschwankungen(siehe oben), Wochenende

zunächst Stress und Wetterwechsel, später ohne Auslöser

ständige Schmerzmitteleinnahme

Sonstiges

während eines Migräneanfalls: Aufsuchen ruhiger und dunkler Räume.

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imitiert zunächst den zugrunde liegenden Kopfschmerz (zum Beispiel Migräne)