APOTIPP

Interaktionen mit Vitamin B1

Ein ähnlicher Artikel von mir ist in der Fachzeitschrift „Der Neue Apotheker“ erschienen



Vitamin B1 („Thiamin“ oder „Aneurin“) ist ein Wirkstoff aus der Vitamin-B-Gruppe. Es ist wasserlöslich, hitze- und sauerstoffempfindlich. Da Vit.B fürs Nervensystem wichtig ist, wird es auch das „Stimmungsvitamin“ genannt. Die tägliche Zufuhr an Vitamin B1 sollte mindestens 1,4 mg betragen.

Vitamin B1
Bild-Quelle: Forschungsstelle für Gesundheitserziehung (Universität Köln), Dieter Krach, 1995-1996



Vorkommen

Vitamin B1 wird beim gesunden Menschen vollkommen aus dem Darm resorbiert. Es kann höchstens für 14 Tage gespeichert werden, eine Überdosierung kommt normal nicht vor.

 

Aufgaben



Mangelerscheinungen

Thiamin ist hitzeempfindlich, es wird durch Kochen zu ca. 40% zerstört.

Es ist wasserlöslich, dadurch geht beim Kochen in Wasser ein Teil ins Kochwasser verloren.

Vitamin B1 ist am Abbau von Nahrungsstoffen aus dem Kohlehydratstoffwechsel beteiligt. Fehlt Thiamin im Körper, können die mit der Nahrung aufgenommenen Kohlehydrate nicht mehr abgebaut und verwertet werden. Dies führt zu Störungen im Muskelgewebe und im Nervensystem.

·        erhöhter Vitamin-B1-Bedarf: Schwangerschaft, Stillzeit, Schilddrüsenerkrankungen, oder bei schwerer körperlichen Arbeit.

·        Störung der Phosphorylierung, sodass kein wirksames TPP oder TTP zur Verfügung steht: Diabetes, schwere Leberfunktionsstörungen

·        Wechselwirkungen:

o       Magensäurehemmende Arzneimittel und schwarzer Tee, Gerbstoffe vermindern die Aufnahme von Vitamin B1 aus dem Darm.

o       Sulfithaltige Getränke, wie z.B. Wein, bauen Thiamin ab.

o       Einige rohe Fischarten enthalten Thiaminasen, die Thiamin vor der Resorption abbauen.

o       Vitamin B1 wird durch 5-Fluorouracil inaktiviert.

o       Furosemid schwemmt Vitamin B1 über die Nieren aus.

o       Muskelrelaxantien können in ihrer Wirkung verstärkt werden, bei gleichzeitiger Aufnahme von Vitamin B1.

o       Alkohol

·        „Beriberi“ Erkrankung – Vitamin B1Mangelerkrankung: Leistungsabfall und Appetitlosigkeit, so wie Schäden peripherer Nervenenden, die zu Nervenlähmungen, Muskelversagen und Herzschwäche führen können.

·        Thiaminmangel könnte eine Ursache für Alzheimer-Krankheit sein.

 

Alkohol und Vitamin B1

Alkohol hemmt den aktiven Transport von Thiamin im Darm. Die Speicherung in der Leber wird auch gestört und eine erhöhte renale Ausscheidung durch Alkohol führt zu zusätzlichen Verlusten von Vitamin B1. Über 50% der chronischen Alkoholkonsumenten – es genügt eine moderate Dosis jeden Tag – zeigen eine Schädigung, sogar Degeneration der peripheren Nerven. Die Folgen sind sensorische und motorische Neuropathien (z.B. Fußbrennen) sowie Schäden des Klein- und Mittelhirns (Wernicke- Enzephalopathie und Korsakff- Psychose). Hohen Dosen von Vitamin B1 verbessern die Polyneuropathiesymptome signifikant. Bei Verdacht auf Enzephalopathie muss eine i.v. Substitution erfolgen, um irreversible Schäden zu vermeiden.

 

Chronischer Alkoholkonsum führt nicht nur zu Mangelerscheinungen von Vitamin B1, sondern auch Störungen des gesamten Mikronährstoffhaushaltes.

Mag Eva Fellner