APOTIPP:

 

FAMILIENURLAUB

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®    Ein Urlaub mit der ganzen Familie, mit zwei oder gar drei Generationen, ist für jeden eine große Bereicherung, weil in diesen besonderen Tagen viel Zeit für das Miteinander und weniger das Nebeneinander im Vordergrund steht. Besonders in den ersten Tagen fällt diese andere Situation vielen  nicht leicht, aber bemühen wir uns alle von den Anderen zu lernen. In den Kindern, im Partner, in den Älteren ist so viel verborgen, jetzt haben wir endlich Zeit diese Geheimnisse auszugraben.

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®    Tipps zur Urlaubsplanung

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®    Einige Wochen vor dem Urlaubsbeginn mit der ganzen Familie sollte mit der Planung begonnen werden. Das ist besonders wichtig bei schwangeren Frauen, Babies, Kleinkindern und Familienmitgliedern mit speziellen chronischen Erkrankungen.

®      Für Schwangere ist es ganz normal, dass die Reiselust nicht so hoch ist, weil ihre Hormone auf Nestbau ausgerichtet sind. Trotzdem ist der letzte Urlaub, bevor das Kind da ist, für eine gute  Partnerschaft sehr wichtig. Die beste Zeit dafür sind das 4.-7. Schwangerschaftsmonat, im Frühjahr oder Herbst, in keine tropischen, ungewohnte Klimazonen reisen. Im Gebirge ab 1800m nimmt der Luftdruck zu stark ab, sodass die Sauerstoffversorgung des Körpers nicht mehr so optimal ist. Besonders abrupt fühlt man den Abfall des Luftdrucks beim Seilbahnfahren. Bei Autofahrten unbedingt anschnallen -Gurt unter den Bauch-, wenn es auch nicht sehr angenehm ist! Eine Sicherheit ist auch ein Airbag.

®      Die beste Zeit zum Verreisen mit einem Baby ist  nach dem 3. Monat bis ca. zum 7., bevor das Kind mobil wird. Entspannend für die Eltern ist eine Reise,  wenn das Kind noch voll gestillt wird, bei Ernährung mit der Flasche wird’s komplizierter, weil in jedem fremden Land die Zusammensetzung des Milchpulvers anders sein kann als das Gewohnte von zu Hause. Besonders bei empfindlichen Kindern deshalb genügend Pulver  mitnehmen! Windeln gibt es aber überall. Die beste Zeit zum Verreisen sind das Frühjahr und der Herbst, ein heißer Sommerurlaub kann für den Kreislauf des Babies sehr belastend sein. Bei Reisen in tropische Länder sollte vorher der Kinderarzt das Kind  untersuchen.

®      Allergiker, Asthmakranke, Neurodermitiker sollten sich vor der Reise informieren, ob die Zimmer allergikergerecht eingerichtet sind, ob es eine Diät für sie gibt,... Es gibt in Österreich und in anderen Ländern einige Hotels, die speziell für diese Menschen eingerichtet sind, z.B. In Ö. müssen Hotels für Allergiker ab 1500m Höhenlage gebaut werden. Ein  kompetenter Arzt ist dort auch jederzeit zu erreichen. Ab dieser Meereshöhe leben keine Milben mehr, es ist ihnen dort zu trocken. Generell ist die Pollenbelastung im Gebirge, in Skandinavien,  Großbritannien und am Meer sehr gering. Aber im April blühen im Süden die Gräser und die Zypressen, auch die Ölbäume vor allem in Spanien, die mit den heimischen Eschen  verwandt sind, deshalb Vorsicht bei einer Osterurlaubsplanung! Andererseits ist natürlich die salzige Meeresluft für Asthmatiker sehr angenehm zum Inhalieren.

®      Diabetiker sollten sich vor der Reise einen Internationalen Diabetikerausweis auf Englisch ausstellen lassen und immer bei sich tragen, auch um sich ausweisen zu können, warum man Spritzen bei sich trägt. Genügend Teststreifen, Lanzetten,...mitnehmen, Insulin am besten in doppelter Menge, bei Flugreisen in zwei verschiedenen Gepäcksstücken, möglichst nicht im Koffer, denn im Flugzeugladeraum können Minustemperaturen herrschen!  Einige Insuline können einige Tage ohne Kühlschrank gelagert werden, erkundigen Sie sich in der Apotheke, ob Sie ein solches Insulin verwenden. Schon zu Hause sollten Diabetiker das Augenmaß für Brotsorten und kohlehydrathaltige Speisen üben, die im Urlaubsland angeboten wird.

®      Urlauber mit Blasenschwäche sollten Länder mit guter Hygiene bevorzugen, weil sie ja auch unterwegs öfters  unbekannte Toiletten besuchen müssen.

®      Bluthochdruckpatienten sollten mit dem Arzt besprechen, ob ein Hochgebirgsurlaub für sie möglich ist, über 2000m ist auf jedem Fall abzuraten. Reisen in die Tropen können sich auch problematisch auf das Herz-Kreislaufsystem auswirken. Flugreisen können  belastend sein.

®      Patienten, die Psychopharmaka im Alltag benötigen, sollten unbedingt ausreichend viele Tabletten mitnehmen, denn zu wenige Medikamente wären für die Urlaubsstimmung nicht günstig. Um eventuell welche im Urlaubsland nachkaufen zu können, sollte man sich vom eigenen Arzt ein Privatrezept mit der deutschen Bezeichnung und dem Internationalen Freinamen ausstellen lassen. So wird’s in der Apotheke nicht zu großen Schwierigkeiten kommen.

®       Jeder Reisende sollte einen Urlaubskrankenschein und eine Reiseapotheke mitnehmen, die Autoapotheke auf Vollständigkeit und Brauchbarkeit überprüfen, außerdem in ausreichender Menge(4-6Tage zusätzlich!) die Medikamente, die regelmäßig eingenommen werden müssen, nicht vergessen. Viele Apotheken übernehmen die Formalitäten für die Chefarztbewilligung, wenn zu große Mengen für die ganze Urlaubszeit  nötig sind. Lassen Sie sich in der Apotheke beraten,  welche Impfungen notwendig sind, z.B. südlich der geographischen Linie von Neapel gegen Typhus sowie Hepatitis A und B. Das ist eine günstige Gelegenheit den gesamten Impfpass zu überprüfen.

®       Sollte ein Hund oder ein anderes Tier mitreisen, weiß der Tierarzt die notwendigen Impfungen fürs Ausland! Bei der Einreise in die meisten Länder ist ein internationaler Impfpass und ein wenige Tage altes amtstierärztliches Gesundheitszeugnis vorzulegen, sowie der Nachweis einer Tollwutimpfung, die meist mindesten 30 Tage, höchstens 12 Monate vor dem Grenzübertritt gespritzt wurde.

®      Mindestens vier, besser sechs, Wochen vor der Abreise sollte der "Sonnenurlauber" seine empfindliche Haut mit Betacarotintabletten  vor der massiven Sonnenstrahlung schützen.

®      Fünf Tage vor der Reise in den Süden hat sich die prophylaktische Einnahme von  Probiotika als wirksamer Schutz der Darmflora erwiesen.

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®    Tipps bei Flugreisen

®      Schwangere Frauen sollten Ihren Arzt fragen, ob eine Flugreise für sie möglich ist, welche Vorsorge für die ihre Venen wichtig ist, Injektion, Stützstrümpfe oder reicht häufige Fußgymnastik. Jedenfalls ist es günstig eine Sitz in der vordersten Reihe zubekommen, weil dort mehr Platz zum Strecken der Beine ist.( Beim Buchen schon dafür vormerken lassen)

®      Ab dem 2. Monat ist eine Flugreise mit einem Baby möglich. Für den Druckausgleich in den Ohren  beim Starten und Landen  stillen, einen Schnuller, ein Fläschchen, oder größeren Kindern einen Kaugummi geben. Im Handgepäck: eine kleine Decke zum Zudecken, wenn das Kind einschläft, auch Sockerl für jedes Familienmitglied, damit sich Kinder  ein bisschen mehr bewegen können und Erwachsene öfters ihre Muskel-Venenpumpe betätigen können. Viel trinken, wenig schlafen.

®      Bei der Einnahme von Medikamenten, die öfters am Tag eingenommen werden müssen, ist die Zeitverschiebung zu beachten:

®      Nach Flügen bis drei Stunden  orientiert sich der Einnahmerhythmus gleich an die neue Ortszeit.

®      Bei Langstreckenflügen (3-12Stunden): nach Osten- kürzerer Tag: Eine Einnahme nach 8-12 Stunden auslassen, nach Westen wird der Tag länger, sodass eine zusätzliche Einnahme notwenig ist, nach 8-12Stunden und dann wieder im normalen Tagesrhythmus. Bei Flügen von mehr als 12 Stunden: Medikamente regelmäßig alle 12 Stunden einnehmen, wenn sie 2x täglich verordnet sind, bei 3x täglich alle 8 Stunden.

®      Auf jeden Fall wichtig Medikamente im Handgepäck mitnehmen, als Vorsichtsmaßnahme, wenn ein Koffer verloren gehen würde.

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®    Tipps für Auto, Bus, Bahn und Schiff

®      Bei langen Autofahrten oder Schiffsreisen haben viele Kinder, aber auch Erwachsene Probleme mit ihrem Magen, im Auto nicht lesen oder malen, immer beim vorderen Fenster hinausblicken, Blick in Fahrtrichtung, rechtzeitig Medikamente einnehmen. Einen Tropfen Minzöl inhalieren oder an einer Zitronenscheibe lutschen, das belebt wieder die Sinne. 

®      Keine fetten oder schweren Speisen essen. Viel Süßes oder Salziges macht sehr durstig. Am besten geschnittenes Obst oder Gemüse in einer Kühlbox den Kindern anbieten, sowie Früchtetee, Saft, aber nur wenige Getränke mit Kohlensäure, Cola und coffeinhaltige Getränke sind harntreibend. Nicht vergessen Wasser zum Kühlen für Arme und Beine mitzunehmen.

®      Aufpassen auf Zugluft besonders auf den hinteren Autositzen, als Blendschutz vor starker Sonne ein Tuch in die Fensterscheibe einklemmen.

®      Oft Pausen einlegen und herumgehen, damit die Muskel-Venenpumpe angeregt wird.

Tipps für den Urlaubsaufenthalt

·         Für jeden ist eine langsame Eingewöhnung in den ersten Tagen an die neue Umgebung, das Klima, Luftdruck,...empfehlenswert, das ist für den Körper und den Geist notwendig.

·         Um einen Jetlag nach langen Flugreisen zu bekämpfen, hat sich die Einnahme und Wirkung von Melantoin wissenschaftlich noch nicht beweisen lassen. Es ist auch nicht gut, die innere Uhr des  Körpers zu überlisten. Bei Reisen in den Osten nach Asien, oder Rückreise aus Amerika wird der Tag verkürzt, deshalb ist das Einschlafen und dann das Aufstehen sehr schwierig, schon einige Tage vor dem Flug früher Schlafengehen! Bei Reisen in den Westen wird der Tag länger, versuchen vor der Abreise "die Nacht zum Tag "machen. Am Urlaubsort die ersten Tage oft in die frische Luft gehen,  viel ruhen, aber bei Tageslicht  nicht schlafen, nicht der Müdigkeit nachgeben, keine Termine am Morgen planen! Möglichst bald der Ortszeit anpassen.

·         Langsam an die Sonne gewöhnen, zuerst einen hohen Lichtschutzfaktor verwenden, später kann auf einen niedrigen reduziert werden. In der Mittagshitze Siesta machen.

·         Im Süden: Vorsicht vor ungekochtem Wasser zum Trinken, in Eiswürfel, oder Speiseeis. Obst und Gemüse schälen, keine Salate, keine aufgeschnittenen Melonen kaufen, ganze Melonen können aber auch mit ev. verunreinigtem Wasser geimpft sein, damit das Verkaufsgewicht der Früchte erhöht wird!  Kein rohes Fleisch oder Meerestiere. Keine Speisen essen, die rohe Eier enthalten können! Achtung, auch in Lokalen nur original verschlossene Getränke konsumieren! Hände häufig waschen und mit Einmalhandtücher abtrocknen.

·         Urlauber, die mit Medikamenten den p.H. Wert des Magensaftes anheben müssen, sollten noch vorsichtiger bei der Auswahl ihrer Lebensmittel sein, weil der Magensaft nicht alle Keime töten kann.

·         Sollte trotz dem Vorsatz "boil it, cook it, peel it, or forget it" die "Rache Montezumas" eintreten, viel trinken, Elektrolytlösungen (auch selbstgemacht: 1lSchwarztee oder abgekochtes Wasser + 1Teel. Salz +10Teel. Zucker, bei Kindern noch eine Banane  oder frischgepressten Orangensaft dazumixen.), und entsprechende Medikamente. Einen positiven Effekt hat die Kombination von Kohle mit Probiotika.

·         Ein sicheres und besseres Gefühl haben schwangere Frauen oder kranke Urlauber, wenn sie die Telefonnummer eines Arztes, der sie versteht, griffbereit im Zimmer haben.

·         Viel Zeit mit den Kindern verbringen, lassen wir sie Baumeister bei den Sandburgen sein und unterstützen wir sie nur bei den Grabarbeiten. Bauen wir zusammen ein Mooshaus im Wald und beobachten wir, wie die Ameisen und Käfer es besiedeln, oder sehen wir auch ein Zwergerl hineinhuschen? Beobachten wir gemeinsam, was für ein Leben in einem Stückchen Wiese oder im Wasser herrscht. In der Großstadt entdecken Kinder auch so viel, was uns Erwachsenen gar nicht auffällt. Kinder, in jedem Alter bereichern unseren Urlaub, wenn wir uns von ihnen führen lassen. Spielen wir mit ihnen, jeder ab vier Jahren auch der Papa und die Mama lernen schnell das lustige UNO-Spiel!  Nützen wir den Urlaub, jetzt sollten wir  für sie, aber auch für den Partner ganz viel Zeit haben! Diese intensiven Bindungen sind wichtig für die Beziehungen, wenn wir wieder zu Hause sind.

Nach der Urlaubsreise

·         Wenn die Reise in die Sonne geführt hat, ist im Urlaub die Haut sehr strapaziert worden. Wichtig ist deshalb, dass zu Hause die Haut und die Haare wieder gut gepflegt werden. Mit viel Feuchtigkeit, Pflanzenölen, rückfettenden Badezusätzen, besonders wichtig je kleiner die Kinder sind.

·         Rasten wir noch einige Zeit, damit der Umstieg in den Alltag nicht zu plötzlich erfolgt.

·         Wenn nach einem Urlaub in tropischen Ländern Fieber auftritt, sollte immer der Arzt aufgesucht werden! Malaria, Dengue- Fieber, bei Reisen ins Mittelmeer können auch Typhus- oder Hepatitis-Infektionen mit heftigen Fieberanfällen auftreten. Ein Ausbruch der Krankheit bzw. Ansteckungsgefahr besteht bis zu zwei Wochen nach der Rückkehr.

·         Entdecken wir mit den Kindern auch in unserer Heimat die verborgenen kleinen Wunder unserer Natur.

·         Bewahren wir für uns und für die anderen die vielen schönen Urlaubseindrücke und -erlebnisse. Wenn wir an einem Herbstabend beim Kind am Bett sitzen und wieder der erste Schnupfen und Husten alle quält, versuchen wir nochmals die salzige Meeresluft, oder den würzigen Waldduft zu inhalieren, den heißen Strand oder das reine Berglüftchen zu spüren, die Sonne über dem Wasser oder die bunten Leuchtreklamen zu sehen und die fremdländischen Gewürze oder das kalte Quellwasser zu kosten. Erzählen wir uns die Erlebnisse, trotz der Verkühlung wird das Kind gut einschlafen.

·         Reden wir nicht nur über die Gewürze, die wir im Urlaub kennen gelernt haben, verwenden wir sie auch beim Kochen. Der Duft wird uns wieder in das Urlaubsland versetzen. (Vielleicht haben Sie sogar welche mitgenommen?)

·         Gehen Sie viel mit der Familie in die frische Luft, in die Sonne, damit das Immunsystem gestärkt bleibt und keine Müdigkeit aufkommt!

·         Beginnen Sie jeden Arbeitstag mit einem Lachen, positiven Gedanken, wie in den Urlaubstagen, so wird der Alltag auch bunter!

·         Nützen Sie ihre im Urlaub gewonnen Kräfte, Ideen, vielleicht eine Sprache zu lernen- fürs nächste Jahr oder mehr Sport zu betreiben,…

Ich wünsche allen  Familien einen so schönen Urlaub, wie ich schon viele mit meinem Mann und unseren vier Kindern erlebt habe!

 Mag. Eva Fellner

www.apotipps.at.tt

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