P E C H als Akutbehandlung bei Sportverletzungen

 

P = Pause

E = Eiskühlung

C = Compression

H = Hochlagerung

 

P: bei einer Verletzung ist sofort eine Unterbrechung des Sportes vorzusehen, damit keine Verschlechterung der Beschwerden eintritt.

E: Eine sofortige Kühlung 20 Minuten lang mit Eiswasser (etwa 0 Grad), Cold-bags, kühle Topfenumschläge…verringert die Blutzirkulation und die Schmerzen. Dabei die verletzte Stelle immer mit einem Tuch abdecken und erst darüber eine Eiskompression anbringen. Ein Bluterguss, der durch Verletzung kleinerer Blutgefäße entsteht, wird verhindert und eine Ödembildung bleibt aus. Ungeeignet sind Kältesprays, weil sie zu lokalen Erfrierungen führen können.

C: Zusätzlich verhindert ein Kompressionsverband mittels einer elastischen Binde einen Bluterguss.

H: Hochlagern speziell der unteren Gliedmaßen  reduziert ebenfalls die Schwellung und Blutungsneigung.

 

Erste Hilfe nach diesem PECH-Schema lindert die Schmerzen und verringert Schwellung, Ödembildung und Entzündungsreaktionen. Im Anschluss können heparinhältige Produkte aufgetragen werden. Zusätze von Menthol, Dimethylsulfoxid,…verstärken die Wirkung.

Zur Schmerzlinderung eignen sich Analgetika, die auch entzündungshemmend wirken (Ibuprufen, Diclophenac oral, lokal oder transdermal). Beinwellhaltige Salben werden von vielen als effektive Alternative verwendet.

Homöopathische Hilfen bei Sportverletzungen können die Wundheilung fördern und die Regenerationszeit verkürzen. Meist ist Arnica montana das Mittel der Wahl, aber bei Bänderverletzungen und -entzündungen eignet sich Ruta graveolens sehr gut, oft hilft auch Rhus toxicodorendron. Zur Heilung bei Knochenbrüchen kann Calcium phosphoricum verwendet werden. Unmittelbar nach einer Verletzung kann das geeignete Mittel (in D4 oder D6 je 5 Globuli) 3x innerhalb von 15 Minuten verabreicht werden, danach stündlich, am nächsten Tag noch 4x. Viele Sportler bevorzugen eine homöopathische Behandlung, weil diese Substanzen auf keiner Dopingliste aufscheinen.

 

Muskelprellung

Eine stumpfe lokale Gewalteinwirkung auf den Muskel führt zu einer Prellung mit einem folgenden Bluterguss. Bei Muskelquetschungen wird das Gewebe gewaltsam zusammengepresst. Trotz Schmerzen kann der Muskel bewegt werden. Rasche erste Hilfe nach dem „PECH-Schema“ verringert das Ausmaß eines Blutergusses. Einzündungshemmende Medikamente oral und lokal sowie eine Belastungspause fördern die Heilung. Sanfte Bewegung hilft aber beim Heilungsprozess. Massagen sollen verhindert werden.

 

Muskelzerrung

Krampfartige Schmerzen führen zu einer Verhärtung der Muskeln, sie werden zunehmend unelastisch und schlecht dehnbar. Bei weiterer Belastung des geschädigten Muskels droht ein Muskelfaserriss.

 

Muskelkater

Schmerzen entstehen nicht durch Übersäuerung des Muskels sondern durch kleinste Verletzungen von Muskelfasern, die nach ungewohnten Bewegungsabläufen entstanden sind.  Die Muskulatur verhärtet sich, ist schmerzhaft, eine intensive sportliche Belastung kann nicht ausgeführt werden - sie sollte unterlassen werden. Leichtes Bewegungstraining, Auflegen von Eisbeuteln, „Wechselbäder“ regenerieren die Muskulatur wieder. Es entstehen keine bleibenden Schäden, nach mehrmaligem Training tritt bei diesen Muskelpartien kein Muskelkater mehr auf.

 

Muskelkrampf

Ziehende Schmerzen bis zu den Zehenspitzen, sodass ein Auftreten mit dem Fuß nicht mehr möglich ist, kennzeichnen einen Wadenkrampf. Die Ursachen sind häufig Störungen im Mineralhaushalt (Magnesiummangel, Anhäufung von Stoffwechselprodukten wie Milchsäure). Mangelnde Dehnung als Vorbereitung beim Sport führt rascher zu Überbelastung, Übermüdung… Dies erhöht auch das Krampfrisiko. Muskelfasern verzahnen sich, nach einer Ruhepause lösen sich diese Probleme wieder. Gutes Aufwärmen der Muskeln und die Einnahme von genügend Flüssigkeit, isotonen Getränken, besonders bei hohen Außentemperaturen und leichtresorbierbare Kohlenhydrate können diese schmerzhaften, aber ungefährlichen Krämpfe häufig verhindern.

 

Bänderverletzungen

Teilweise oder sogar vollständiges Reißen der kollagenen Fasern, speziell im Knöchel- und Kniebereich in Folge von Überdehnung der Muskeln. Plötzlich treten starke, stechende Schmerzen auf und das Gewebe schwillt an. Sofortige Behandlung nach dem PECH-Schema verhindert gefährliche Verletzungen der Bänder und Sehnenscheidenentzündungen. Häufig sind Bänderverletzungen im Sprunggelenk und im Kniegelenk.

 

Brüche

Starke Schmerzen und Schwellungen sind Kennzeichen eines Knochenbruches. Der Körperteil kann außerdem nicht mehr selbst bewegt werden. Helfer sollten den Verletzten nicht bewegen, offene Wunden aber steril abdecken.

 

Kreislaufkomplikationen

Hautblässe, kalter Schweiß, Übelkeit sind Zeichen von Kreislaufproblemen. Ist der Betroffene ansprechbar, so ist eine Rückenlage mit hochgehaltenen Beinen die beste Lagerung. Bei Bewusstlosigkeit muss der Patient in eine stabile Seitenlage gebracht werden.

 

Blutende Wunden

Mit dem Anlegen eines Druckverbandes sollte eine Blutung gestoppt werden. Eventuell muss ein zweiter Druckverband über den ersten gelegt werden!

 

Schnitt- und Schürfwunden

Da auch tiefere Gewebe verletzt sein können, sollte die Wunde mit sterilem Verbandmaterial abgedeckt werden. Fremdkörper in einer Wunde sollten immer von einem Arzt entfernt werden. Schürfwunden mit klarem Wasser waschen und mit alkoholischen Lösungen desinfizieren!

 

Zehn goldene Regeln für einen gesunden Sport

1.    Vor dem Sport zu einen Gesundheitscheck

2.    Langsames Steigern der Trainingseinheiten

3.    Überbelastung  vermeiden

4.    Ausreichende Regeneration einplanen

5.    Sportpause bei Erkältungen und anderen Erkrankungen

6.    Verletzungen vorbeugen bzw. ausheilen lassen

7.    Sport an Klima und Umgebung anpassen

8.    Auf eine richtige Ernährung und Flüssigkeitszufuhr achten

9.    Sport dem Alter und der Medikamenteneinnahme anpassen

10.                      Sport soll der Seele Spaß machen!

 

Mag Eva Fellner