Apotipp

Dem Kopfschmerz richtig die Stirn bieten

Spannungskopfschmerzen

 



Spannungskopfschmerzen haben die meisten Erwachsenen schon einmal erlebt. Sie gehören zu den primären Kopfschmerzformen (so wie Migräne oder Cluster-Kopfschmerzen), d.h. sie entstehen nicht als Folge einer Gehirnerkrankung, Stoffwechselstörung oder Vergiftung.

 

Symptome von Spannungskopfschmerzen:

 

Ursachen für Spannungskopfschmerzen:

Ausgelöst wird eine Schmerzempfindung durch Schmerzrezeptoren (Nozirezeptoren), die durch eine Reizung (Verletzung, Schäden des Gewebes…) stimuliert wird. Die Schmerzen werden durch chemische Verbindungen (Prostaglandine, Bradykinin…) zum Gehirn weitergeleitet.

Der Name Spannungskopfschmerz kommt ursprünglich von "Verspannung", weil man früher dachte, dass die Schmerzen im Kopf direkt durch verspannte Hals- und Schultermuskeln verursacht werden. Heute nimmt man an, dass der Schmerz mit einer Störung der schmerzverarbeitenden Zentren im Gehirn zu tun hat - die Schmerzhemmung scheint gestört zu sein.

Faktoren, die Kopfschmerzen begünstigen:

Spannungskopfschmerzen im Kindesalter sind fast immer die Auswirkungen einer emotionalen Überforderung!

 

Therapie:

 

Analgetika

o       Naproxen: die Halbwertszeit beträgt 12-15 Stunden, sodass eine Einnahme höchstens zweimal pro Tag notwendig ist.

o       Mefenaminsäure: wirkt gut schmerzstillend, allerdings können vermehrt Nebenwirkungen auftreten, wie Ulcera, Blutbildschäden, Gerinnungsstörungen sowie schwere Nierenschäden.

 

Schwangere sollten nur nach Rücksprache mit dem Arzt ein Schmerzmittel einnehmen. ASS wirkt Wehen hemmend und ist deshalb nach der 36.SSW kontrainduziert. Außerdem wird die Blutungszeit verlängert, sodass auch bei „Marcoumar - Patienten“ und vor operativen Eingriffen Kontraindikationen bestehen. Eine weitere Nebenwirkung von ASS ist die Vermehrung der Leukotrine, sodass Überempfindlichkeitsreaktionen z.B. Asthmaanfälle auftreten können.

Bei Kindern bis zum 18. Lebensjahr ist die Acetylsalizylsäure kontrainduziert, weil eventuell das seltene Reye-Syndrom (Leberdegeneration, Krämpfe in Verbindung mit fieberhaften viralen Infekten) ausgelöst werden kann. Für die Schmerzstillung bei Kindern ist Paracetamol oder Ibuprofen jedoch gut geeignet.

In der Selbstmedikation sollte ein Schmerzmittel nie länger als 10 Tage eingenommen werden. Denn ein Kopfschmerz gerade durch übermäßige Schmerzmitteleinnahme ist nicht selten. Viele Kopfschmerzpatienten neigen aus Angst vor neuen Schmerzattacken dazu, ihre Schmerzmittel zu häufig oder in zu großen Mengen einzunehmen. Der Verzicht auf Analgetika fällt immer schwerer - Kopfschmerzen treten aber häufiger auf! Es ist jedoch eine andere Form: der „Medikamenten- bzw. Entzugskopfschmerz“. Ein Teufelskreis aus Medikamenteneinnahme und (Entzugs-) Kopfschmerz beginnt. Der Schmerz kann dann sogar in einen dumpfen bis bohrenden Dauerkopfschmerz mit Übelkeit übergehen! Besonders häufig wird der Medikamentenkopfschmerz durch Schmerzmittel ausgelöst, in denen mehrere Wirkstoffe (besonders Coffein) miteinander kombiniert sind.

Tipps:

Bedenken Sie immer wieder die Gefahr des Medikamentenkopfschmerzes!

Mag. Eva Fellner