APOTIPP

Ein ähnlicher Artikel von mir ist in der Fachzeitschrift „Der Neue Apotheker“ erschienen.

 

Sonnenschutzmittel

 

Eine Zusammenfassung der Empfehlung der EU-Kommission über die Wirksamkeit von Sonnenschutzmitteln und diesbezügliche Herstellerangaben vom 22. September 2006.

 

Sonnenschutzmittel sind kosmetische Mittel, die bei normalem oder vorhersehbarem Gebrauch die menschliche Gesundheit nicht schädigen. Sie sind Zubereitungen als Creme, Öl, Gel, Spray, die die Haut vor UV-Strahlung schützen, indem sie die Strahlung absorbieren, streuen oder reflektieren.

 

Langwellige UVA-Strahlung (Wellenlänge 320 – 400nm) dringt tief in die Haut, verursacht eine vorzeitige Hautalterung.

 

Kurzwellige UVB-Strahlung (290 – 320nm) ist energiereich. Zu hohe Dosen lösen eine Entzündung der Haut („Sonnenbrand“) aus und daraus entsteht eine Rötung (Erythem).

 

UVB-Strahlung ist zwar der Hauptfaktor für ein Hautkrebsrisiko, aber das Risiko durch UVA-Strahlung darf nicht vernachlässigt werden. Übermäßige Bestrahlung der Haut hat auch Auswirkungen auf das Immunsystem.

 

Der „Lichtschutzfaktor (LSF)“ ist das Verhältnis der erythem wirksamen Mindestdosis auf der durch ein Sonnenschutzmittel geschützten Haut, zur erythem wirksamen Mindestdosis auf derselben ungeschützten Haut.

Der  UVA-Schutzfaktor“ ist das Verhältnis der UVA-Dosis, die mindestens erforderlich ist, um eine minimale Pigmentierung der durch ein Sonnenschutzmittel geschützten Haut zu bewirken zur UVA-Dosis, die mindestens erforderlich ist, um eine minimale Pigmentierung auf derselben ungeschützten Haut zu bewirken.

 

Sonnenschutzmittel können Sonnenbrand vermeiden, verhindern die vorzeitige Hautalterung, einige Formen von Hautkrebsrisiko können verhindert werden. Deshalb müssen sie sowohl gegen UVB als auch gegen UVA-Strahlung schützen, obwohl sich der „Lichtschutzfaktor“ lediglich auf die Strahlung bezieht, die ein Erythem hervorruft, also hauptsächlich die UVB-Strahlung. Kein Sonnenschutzmittel kann einen vollständigen Schutz gegen die Gesundheitsrisiken auf Grund der UV-Strahlung bieten. Es gibt auch keine wissenschaftlichen Beweise, dass eine Melanombildung verhindert werden kann. Daher sollte auf keinem Fall der Eindruck erweckt werden, dass Sonnenschutzmittel einen vollständigen Schutz bieten. Dies gilt besonders für eine Sonnenexposition von Säuglingen und Kleinkindern, da die Sonnenexposition in der Kindheit ein wichtiger Faktor für die spätere Entwicklung von Hautkrebs ist.

Keine Bezeichnungen wie: „100% Schutz“, „Sunblocker“, „völliger Schutz“, „Schutz für den ganzen Tag“!

Sonnenschutzmittel sollten Warnhinweise tragen:

·        „Bleiben Sie, trotz Verwendung eines Sonnenschutzmittels, nicht zu lange in der Sonne“

·         „Säuglinge und Kleinkinder nicht dem direkten Sonnenlicht aussetzen“

·         „Exzessive Sonnenexposition stellt ein ernsthaftes Gesundheitsrisiko dar“

Sonnenschutzmittel müssen richtig angewendet werden:

·        Vor dem Sonnenaufenthalt auftragen

·        Häufig und wiederholt auftragen, dies gilt besonders bei Schwitzen oder nach dem Schwimmen, häufiges Abtrocknen

·        richtige Menge, wie beim Test: 2mg/cm². Diese Menge entspricht sechs Teelöffel oder 36g für den ganzen Körper eines durchschnittlichen Erwachsenen. Ist die Menge geringer, was meistens der Fall ist, so verringert sich der Sonnenschutz. Wird nur die Hälfte der Menge aufgetragen, so verringert sich die Schutzwirkung um zwei Drittel! Warnhinweis: „Schutz wird durch Anwendung einer geringen Menge erheblich gesenkt“

Sonnenschutzmittel sollten eine ausreichende Wirkung gegen UVA- und UVB-Strahlung haben, ein stärkerer Lichtschutz gegen UVB sollte mit einem stärkeren UVA- Schutz verknüpft sein. Bis zu einer Wellenlänge von 370nm sollte ein Schutz gewährleistet sein.

UVB-Strahlung sollte mit der „Int. Sun Protection Factor Test Methode“ von 2006 vergleichbar sein.

UVA-Strahlung mit der japanischen Industrie und der von der französischen Gesundheitsagentur Agence française de sécurité sanitaire des produits de santé.

Es besteht ein Bedarf an einer Vereinheitlichung der Herstellerangaben zum UVA-Schutz, sodass der Verbraucher besser vergleichen kann.

Ein Mittel mit LSF 15 absorbiert 93% der UVB-Strahlung, eines mit LSF 30 97%, schützt aber doppelt solang. LSF über 50 erhöhen den Schutz nicht mehr wesentlich.

Eine Kennzeichnung mit „niedrig“, „mittel“, „hoch“ und „sehr hoch“ ist sehr aussagekräftig und sollte auf dem Etikett mindestens so auffällig angegeben werden, wie der LSF.

 

Niedriges Schutzniveau : Lichtschutzfaktor 6,10

Mittleres Schutzniveau LSF: 15, 20, 25

Hoher Schutz: LSF 30, 50

Sehr hohes Schutzniveau: LSF 50+

 

Die Verbraucher sollten über die Risiken einer übermäßigen Sonnenexposition informiert werden und bei der Wahl der richtigen Stärke beraten werden.

Diese Empfehlung gilt für den gesamten EWR Bereich.