Apotipp

Steinreich mit Nierensteinen 

 

Ein ähnlicher Artikel von mir ist in der Fachzeitschrift „Der Neue Apotheker“ erschienen.

 

Zwei bis fünf Prozent der Bevölkerung, doppelt so viele Männer, wie Frauen, haben Nierensteine, die Stecknadelkopf groß bis einige Zentimeter groß sein können. So lange sie nicht die ableitenden Harnwege verschließen, verursachen sie keine Beschwerden.

Nierensteine bestehen entweder aus Calciumoxalat (70-80% der Steine), Harnsäure, Calcium- oder Magnesiumphosphat oder sehr selten aus Cystin.

 

Ursachen für Nierensteine (Urolithiasis)

Weil im Urin überschüssiges Material aus dem Körperstoffwechsel in recht hohen Konzentrationen ausgeschieden werden muss, ist der Harn an schlecht löslichen Salzen fast permanent übersättigt. So kommt es bei allen Menschen zur Bildung mikroskopisch kleiner Kristalle, welche aber nur bei dazu veranlagten Personen mit besonders ungünstiger Urinzusammensetzung zu kleineren oder grösseren Steinen verklumpen.

 

Nierenkolik

Nierensteine schmerzen sobald sie vom Nierenbecken in den Harnleiter gelangen, sie rutschen nur sehr schlecht durch die Harnwege, sodass meist ohne Vorboten stechende, krampfartige und wellenförmige Schmerzen im seitlichen Unterbauch auftreten.

Wenn die Steine in den Harnleiter austreten, kommt es zu Bei bereits tiefer liegenden Steinen können die Schmerzen bis in den Genitalbereich ausstrahlen. Meistens treten gleichzeitig Übelkeit und Erbrechen auf.  Ein Harndrang mit aber nur kleinen Harnmengen ist sehr häufig. Oft ist dem Harn Blut beigemischt, das von Verletzungen der Harnleiter durch die Steine stammt.

Kleinere Steine gehen innerhalb einigen Stunden ab. Größere aber können sich festsetzen, es kann sogar mehrere Tage dauern, bis sie abgehen.

Chronische Nierensteine üben einen stetigen dumpfen Druck in der Nierengegend aus. Es kann zu bakteriellen Infektionen kommen, mit starkem Fieber und Entzündungen des Nierenbeckens und Harnwegsinfekten. Niereninsuffizienz  kann die Folge sein!

 

Behandlung

 

Vermeidung von Nierensteinen

Leider gibt es keine Möglichkeit, einen möglichen Steingefährdeten zu erkennen. Vorbeugende Maßnahmen werden deshalb eher zur Prophylaxe von Rezidiven eingesetzt.

Etwa 50% aller Steinpatienten bilden nach einer Kolik wieder Steine!

Eine Steinanalyse nach einem Abgang ist wichtig, denn jede Steinart hat eine andere Prophylaxe, um in Zukunft eine Steinbildung zu vermeiden.

Oxalatsteine (grau-schwarz, maulbeerartiges Aussehen): keine oxalathaltige Lebensmittel:

Harnsäuresteine: Harnsäure hat einen pH-Wert von 5,35. Wenn der Harn noch saurer wird, so kristallisiert die Harnsäure aus. Löst sich aber wieder durch Alkalisierung des Harns auf p.H. 6-6,5.

Cystinsteine:  werden mit Hilfe von Natrium-Kalium-Citrat gut in Lösung gehalten, der Harn p.H. sollte mindestens 8 betragen!

Phosphat- Karbonat-Steine: bilden sich bei einem Urin-pH zwischen 6,5 und 7,2, In diesem Fall ist eine säuernde Ernährung (Fleisch oder Fisch, wenig  Milchprodukte, Obst) notwendig!

 

Mit einer einfachen Nahrungsumstellung können Sie das Risiko einer weiteren Kolik drastisch senken können.

Mag Eva Fellner