KnoblauchApotipp

Knoblauch - eine der ältesten Heilpflanzen

Ein ähnlicher Artikel von mir ist in der Fachzeitschrift „Der Neue Apotheker“ erschienen

 

 

Knoblauch (Allium sativum) gehört zur Familie der Zwiebelgewächse (Alliaceae).

Er ist eine 30 - 100 cm hohe, mehrjährige, krautige Zwiebelpflanze mit graugrünen, zugespitzten Blättern und blassrosa Blüten. Um die relativ kleine Hauptzwiebel wachsen mehrere Tochterzwiebeln. Er stammt ursprünglich aus Zentral- und Südasien, wird aber heute überall angebaut und findet sich als Gewürz in vielen Speisen. Die Weltproduktion beträgt etwa zwei Mio. Tonnen. Seit der Antike wird der Knoblauch auch als Heilmittel genutzt.

 

Inhaltsstoffe

KnoblauchNeben Wasser, Flavonoiden, Aminosäuren, Mineralien…enthält die Knoblauchzwiebel auch schwefelhaltige Wirkstoffe.

Alliin ist die wichtigste schwefelhaltige Verbindung. Ein Kilogramm enthält etwa 2,4g Alliin. Dieses ist aber unwirksam und geruchlos. Erst bei Verletzungen des Fruchtfleisches wird Alliin durch das auch im Knoblauch enthaltene Enzym Alliinase in das wirksame Allicin umgewandelt. Allicin sorgt für den typischen Geruch.

Allicin hat eine hohe Reaktivität und ist deshalb wiederum ein Ausgangsprodukt für andere wirksame, geruchsintensive Schwefelverbindungen (Di-, Oligosulfide und Ajoen). In Knoblauchextrakten sind viele verschiedene Inhaltsstoffe, die erst nach und nach von der Wissenschaft isoliert und untersucht werden. Wie oft in der Phytotherapie gilt aber der Grundsatz: „Die Summe ist mehr als ihre Einzelteile“ - nur als Ganzes entfaltet Knoblauch seine volle, heilsame Wirkung.

 

Wirkungen

Unerwünschte Wirkungen
Etwa 10 % der Patienten leiden an gastrointestinalen Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen und Diarrhöen.
Knoblauchallergie bzw. -unverträglichkeit konnte in mehreren Fällen beobachtet werden.

Nach Einnahme von frischem oder getrocknetem, pulverisiertem Knoblauch werden im Magen- Darmtrakt  aus Alliin die therapeutisch wichtigen, aber stark riechenden Folgeprodukte gebildet. Nach der Resorption werden sie über die Atemluft ausgeschieden. Wer keinen Knoblauch mag, kann sich leicht vorstellen, dass der intensive Geruch, der einem Alliophilen (lat. Knoblauchliebhaber) entströmt, nicht nur Vampire vertreiben kann.

Dragees mit einem magensaftresistenten Überzug setzen die Wirkstoffe erst im Dünndarm frei. So kann Allicin nicht mehr durch den Mund ausgeatmet werden, es wird in der Leber schnell metabolisiert. Doch die Hautporen „dünsten“ bei Langzeitgebrauch trotzdem schwefelhaltige Verbindungen aus.

Wenn vor der Herstellung geruchsfreier Präparate das Enzym Alliinase aber denaturiert wird, so können im menschlichen Organismus auch kein Allicin und weitere schwefelhältige Wirkstoffe gebildet werden. Ob dann noch eine zufriedenstellende Wirkung eintreten kann, ist zu bezweifeln.

Knoblauch-Ölmazerate: Enthalten weder Allicin noch das nicht öllösliche Alliin. Die enthaltenen Schwefelverbindungen besitzen zwar gewisse biologische Aktivitäten,ob diese jedoch therapeutisch relevant sind, ist bis jetzt weitgehend ungeklärt.

 

Um die verschiedenen Produkte vergleichen zu können, eine Berechnungsgrundlage: 0,9 g frischer Knoblauch (Gehalt an Allicin 0,3 %) entspricht 750 mg Knoblauchpulver - enthält 2,7 mg Allicin.

Mag Eva Fellner