Apotipp

Mykosen der Haut

 

Viele Haut- und Nagelerkrankungen werden durch Pilzinfektionen ausgelöst, besonders dann, wenn das Hautmilieu sich nicht im Gleichgewicht befindet.

 

Einteilung der krankmachenden Pilze auf der Haut:

 

Vielen Menschen ist eine Pilzerkrankung peinlich oder auch egal und sie behandeln diese Infektion oft nicht. So wird z.B. ein Fußpilz leicht weiterverbreitet. Bei jedem Schritt verliert der Betroffene pilzverseuchte Hautschuppen, die sich beim nächsten Barfußgeher festsetzen können. Sporen haben eine hohe Widerstandskraft und können einige Monate auch ohne Nährboden überleben.                                                                                                                                                                                  

Da die meisten Antimykotika seit einigen Jahren nicht mehr verschreibungspflichtig sind, wenden sich viele Patienten zuerst einmal an die Apotheke.

 

Creme: für eine trockene Haut

Gel kühlt gut bei starkem Juckreiz

Spray: bei schwer erreichbaren Stellen oder für Schuhe, praktisch auch beim Sport

Tropflösungen: günstig zum exakten Auftragen

 

Geringe Ausdehnung und kurze Dauer der Beschwerden

Fußpilz beginnt meist zwischen der vierten und der fünften Zehe. Sobald wie möglich sollte mit einem fungistatischem Azol- Antimykotikum behandelt werden. Bifonazol, Clotrimazol, Econazol, Isoconazol, Miconazol... wirken nicht nur auf Dermatophyten, sondern auch auf Candidaarten, die auch häufig in Zehenzwischenräumen Infektionen hervorrufen. Die Wirkstoffe verhindern, dass der Pilz Ergosterol für seine Zellmembran bilden kann. Die Zellwand wird löchrig, der Pilz stirbt. Der Mensch hat kein Ergosterol in seiner Zellwand.

Juckreiz und optische Hautveränderungen gehen meist nach einigen Tagen zurück, jedoch befinden sich weitere Pilzsporen in oberen Hautschichten. Erst nach einer vierwöchigen Behandlung werden die infizierten Hautschichten vollkommen abgestoßen und die Pilzsporen abgetötet.

Terfinabin oder NaftifinAllylaminderivate – haben auf Dermatophyten eine fungizide Wirkung, aber auf Hefepilze nur eine geringe Wirkung. Eine Behandlung dauert kürzer als bei Azolen, sie wird auch nur einmal täglich aufgetragen. Eine filmbildende Lösung mit Terfinabin – nur ein einziges Mal im ganzen Zehenbereich aufgetragen – bildet ein Depot in der Haut. Es wird laufend Wirkstoff in die oberen Hautschichten abgegeben.

 

Münzgroße Ekzeme auf den Armen, am Körper, im Bartbereich…mit einem schuppigen Rand sind häufig Pilzinfektionen, die durch Gartenarbeit, im Fitness-Studio oder durch Haustiere übertragen wurden. Wenn bei solchen Ekzemen nach einer zweiwöchigen Behandlung mit topischen Antimykotika kein Erfolg sichtbar ist, sollte ein Dermatologe aufgesucht werden, denn es gibt viele Dermatopyten, die nicht nur stark ansteckend sind, sondern auch für eine Therapie sehr widerstandsfähig sind.

 

Nagelpilz

Da sich der Nagelpilz unter der Nagelplatte ausdehnt, ist er für eine Behandlung schwer zugänglich. Bei älteren Personen und Diabetikern kann eine Nagelpilzinfektion gleichzeitig eine Eintrittspforte für Bakterien sein, die zu Wundrose, schmerzhaften Entzündungen der Beine führen können. Nur junge, gesunde Menschen können eine Selbstbehandlung mit Nagellacken (Ciclopirox, Amorolfin, Bifonazol) versuchen. Vor einer solchen Behandlung sollte aber ein Fußpfleger die Nagelplatte aufweichen und so weit wie möglich abschaben, sodass der Nagellack auch den Nagelpilz erreichen kann. Sollte sich nach zwei Monaten konsequenter Behandlung keine tendenzielle Besserung zeigen, so kann der Arzt eine mykologische Kultur anlegen und gezielt - auch oral – behandeln.

 

Haare

Auf der Kopfhaut befinden sich in der physiologischen Hautflora eine 40% Besiedelung von Hefepilzen, besonders die Pityrosporen. Durch erbliche Veranlagung, aggressive Haarpflege, mechanische Reize oder vermehrte Talgdrüsenproduktion kann es zu einem massiven Vermehren dieser Pilzart kommen. Sie veranlasst die Kopfhaut zu einer vermehrten Hornzellbildung, Entzündungen entstehen, die Kopfhaut juckt, ist gerötet und schuppt stark. Shampoos enthalten zusätzlich zu antimykotisch wirksamen Substanzen einerseits Salizylsäure zur Keratolyse, andererseits Polidocanol zur Juckreizstillung.

Pilzinfektionen mit Trichophyten auf der Kopfhaut sollten systemisch in Kombination mit topischen Antimykotika behandelt werden, um Haarausfall zu vermeiden.

 

Pilzinfektionen der Hände und Füße sind häufig. Sie lassen sich mit Azolen meist rasch beseitigen. Zusätzlich können noch desinfizierende Bäder durchgeführt werden.

Infektionen in den Hautfalten sind meist Candida – Infektionen. Zunächst kann mit Azolen behandelt werden, allerdings sind viele Candida- Arten auf Azole bereits resistent. Econazol bietet hier einen Vorteil, weil es auch gegen Mischinfektion mit gram-positiven Bakterien wirksam ist.

Kopf- und Gesichtsmykosen sollten unbedingt rasch von Arzt behandelt werden.

 

Pilzinfektionen jucken meist nur zu Beginn, sind aber oft langwierige Begleiter. Außerdem ist eine Diagnose schwierig, weil eine Abgrenzung zum atopischen Ekzem, Psoriasis, allergischen Kontaktekzem (juckt!), und zu vielen anderen Hauterkrankungen oder Infektionen (Syphilis) schwierig ist. Diabetiker, Menschen mit Durchblutungsstörungen oder immunsupressive Patienten sollten mit einer Pilzinfektion nicht allzu lange selbst experimentieren.