APOTIPP  

 

25 Jahre gesunder Schlaf wie das Dornröschen

 

Zu den Grundbedürfnissen des Menschen gehören Essen und Trinken, sowie Schlaf.

Unser Körper weiß genau, wie viel Schlaf er braucht, um am Tag fit zu sein. Bekommt er zu wenig, oder ist der Schlaf gestört, so reagiert er mit verminderter Leistungsfähigkeit, Abgeschlagenheit, schlechter Stimmung, die Anfälligkeit für Krankheiten nimmt zu, es kommt zu einem Defizit an Lebensqualität. Verhaltensveränderungen bis zu Halluzinationen können die Folge von zu wenig Schlaf sein.

Ein angeborener Tagesrhythmus beträgt 24 Stunden durch unterschiedliche Lichtverhältnisse, die zur Ausschüttung von speziellen Hormonen führen. Die Schlafenszeit beim Neugeborenen beträgt bis zu 20, beim 10jährigen etwa 10 Stunden. Im frühen Erwachsenenalter erreicht jeder seine individuelle Schlafenszeit von 6-8 Stunden, sie ist willentlich kaum beeinflussbar und verändert sich  nur mehr unwesentlich im restlichen Leben.

 

Aufgaben des Schlafes

Beim Schlafen ist zwar das Bewusstsein ausgeschaltet, die meisten Körperfunktionen sind auf Sparflamme eingestellt, aber das Gehirn arbeitet auf Hochtouren:

 

Schlafphasen

  1. Non - REM 1: Einschlafphase (5-25 min)
  2. Non - REM 2: leichter Schlaf (insgesamt 3-4h)
  3. Non - REM 3: mitteltiefer Schlaf (10-30 min)
  4. Non - REM 4: Tiefschlaf, alle 90 Minuten, (halbe- eineinhalb Stunden, eher in der ersten Schlafhälfte), wichtig für die Erholung und Regeneration des Körpers, die Länge der Tiefschlafphasen ist unabhängig von der Schlafdauer.
  5. REM – Schlaf: Traumphase (1-2h)- wichtig zur Regenerierung des Gehirns (hohe Hirnstromaktivität), die Muskulatur ist dabei maximal entspannt, Puls und Atemfrequenz sind aber erhöht. Die Augen führen rasche horizontale und vertikale Bewegungen aus. Träume treten meist erst in den Morgenstunden auf, bei kürzerem Schlaf wird weniger geträumt.

3-5x pro Nacht wechseln diese Zyklen, sie dauern jeweils etwa 90 -100 Minuten, zwischen den Phasen ist ein Drehen und  kurzes Aufwachen normal.

 

Schlafstörer

Eine Schlafstörung- Insomnie-  ist definiert, wenn mindestens über einem Monat an drei Tagen pro Woche eine Einschlafstörung (Kein Schlaf nach einer halben Stunde) oder eine Durchschlafstörung (Aufwachen in der Nacht und nach mehr als 30 Minuten kein Wiedereinschlafen möglich) vorliegen.

 

Tipps für einen erholsamen Schlaf:

 

Durchschlafstörungen

 

Schlafhilfen

  1. Benzodiazepine wirken anxiolitisch und sedierend,  die Patienten fühlen sich erleichtert, sogar gleichgültig, die Muskeln sind entspannt.  Die Substanzen verstärken die hemmende Wirkung des Überträgerstoffes Gamma-Aminobuttersäure (GABA) an die GABA –Rezeptoren im limbischen System. Sie haben aber bei längerem Gebrauch einige Nebenwirkungen: verkürzen die Tiefsschlafphase, dadurch ist die natürliche Erholung nicht gewährleistet. Die muskelrelaxierende Wirkung hält noch am nächsten Tag an, sodass besonders ältere Menschen durch eine Gangunsicherheit und Sturzgefahr gefährdet sind. Außerdem besteht ein Suchtpotenitial, sodass ein Einschlafen ohne diese Mittel nicht mehr möglich ist und die Dosis immer weiter gesteigert werden muss. Deshalb höchstens vier Wochen lang verwenden! Immer wieder zwischendurch das Medikament absetzten, vor der Tabletteneinnahme ausprobieren, ob man auch ohne chemische Hilfen einschlafen kann, die meisten Benzodiazepine wirken ohnedies innerhalb 20 Minuten schlafinduzierend. Paradoxe Nebenwirkungen mit verworrenen Erregungszuständen, gesteigerte Aggressivität  sind immer wieder feststellbar, besonders bei Kindern und älteren Menschen.

Benzodiazepine, die vorwiegend als Hypnotika wirken:

Kurz wirksame Substanzen

Länger wirksame Verbindungen: Hang-Over-Nebenwirkungen sind bei diesen Substanzen häufig

  1. „Benzodiazepin Analoga“

Da diese Substanzen kein Benzodiazepam- Gerüst besitzen aber auch an der „Benzodiazepam- Bindungsstelle“ wirken, werden diese Rezeptoren jetzt „Omega-Rezeptoren“ genannt. Sie haben eine gute schlaffördernde Wirkung, geringe anxiolytisch und muskelrelaxierende Effekte

·         Zolpidem: hat einen geringeren Gewöhnungseffekt. Auch diese Substanz verändert die Schlafphasen! Die Eliminationshalbwertszeit beträgt 2 Stunden.

·         Melatonin ist das Schlafmittel des Gehirns, dieses Hormon wird bei Dunkelheit ausgeschüttet und reguliert so den Tag-Nachtrhythmus.

·         Zur Überprüfung von Schlafstörungen kann Sie Ihr Arzt an ein Schlaflabor überweisen.

 

Wellnesstipp

 

Besser einschlafen mit Pfarrer Kneipp
Bei Einschlafproblemen können Kneippsche Anwendungen im heimischen Badezimmer helfen.

·         Wassertreten in der Badewanne: Kaltes Wasser einlassen und im Storchengang ein paar Minuten auf und ab gehen.

·         Kniegüsse:  ein kalter Wasserstrahl wird dabei von der Außenseite der Beine langsam bis zum Knie und an der Innenseite wieder abwärts geführt. Nach zwei Durchgängen an beiden  Beinen begießt man die Fußsohlen. Danach nicht abtrocknen, sondern das Wasser nur abstreifen und Strümpfe überziehen. Entweder bewegt man sich dann bis zum Wiedererwärmen der Füße - oder geht gleich ins Bett. Für die Güsse ist die Duschbrause nicht geeignet, weil sie dem Wasser zu viel Luft beimischt und dadurch den Kältereiz vermindert. Besser ist es, den Duschkopf abzuschrauben, damit das Wasser drucklos über die Haut plätschern kann.

 

 

So wünsche ich Ihnen einen gesunden Schlaf!

 

Haben Sie aber keine Angst, verbergen sie nicht ihre Probleme, besprechen Sie Ihre Schlafstörungen mit Ihrem Apotheker, er wird Sie verstehen und helfen, so weit er kann.

 

Viele Grüsse, Mag. Eva Fellner