Apotipp

 

„Die Kolik“ (1819) Georg Cruikshank

 

Steinreich mit  Gallensteinen

 

Ein ähnlicher Artikel von mir ist in der Fachzeitschrift „Der Neue Apotheker“ erschienen.

 

„Steinreich“ sind in den westlichen Ländern viele Menschen, besonders Frauen und Übergewichtige.

Nicht alle bemerken ihre Steine, weil sie keine Beschwerden verursachen, sehr klein sind, oft erst zufällig bei einer Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes entdeckt werden.

 

Die Galle

In der Leber wird Gallenflüssigkeit gebildet, die über Gallengänge in der Gallenblase gesammelt wird oder gleich in den Zwölffingerdarm fließt und dort bei der Fettverdauung der Nahrung beteiligt ist. Fett und Öle werden im wässrigen Speisebrei emulgiert. So kann der Körper die Vitamine A, D, E oder K aufnehmen, sowie Nahrung und auch Medikamente für den Körper verwertbar machen.

Die Gallenflüssigkeit besteht zu 80% aus Wasser, wasserlöslichen Stoffen: Gallensäure, Eiweiß, Bilirubin (gelbes Abbauprodukt des Blutfarbstoffes Hämoglobin), Mineralien und das wasserunlösliche Cholesterin, das nur durch eine ausreichende Menge von Gallensäure in Lösung gehalten wird.

 

Gallensteinarten

Gallensteine können sich dann bilden, wenn die verschiedenen Bestandteile der Gallenflüssigkeit nicht im richtigen Verhältnis zueinander vorliegen und dadurch die schlecht löslichen Bestandteile „verklumpen“.

Bei den Gallensteinen handelt es sich um die Ausbildung von festen Ablagerungen in der Gallenblase oder in den Gallengängen. Diese Konkremente variieren in ihrer Größe von einigen Millimetern (auch Sludge oder Grieß genannt) bis zu zentimetergroßen Steinen.

Cholesterinsteine: häufigste Form der Gallensteine (etwa 80%), bestehen zu über 70% aus Cholesterin,  sind gelb und können Kirschgröße erreichen.

Pigmentsteine (Bilirubinsteine): Etwa 20% der Gallensteine. Sie enthalten im Kern meist Cholesterin, an das sich Gallenfarbstoff (Bilirubin) anlagert, sandkorngroß. Sie treten in größeren Mengen auf,  braun bis schwarz und ihre Konsistenz ist weich und bröckelig.

Kombinationssteine: Sowohl Cholesterin- als auch Pigmentsteine können aufgrund von entzündlichen Prozessen verkalken. Dabei entsteht eine Mischung aus Cholesterin, Pigment und Kalk. Sie sind häufig vielfarbig und hart. Nur diese Steine sind im Röntgen sichtbar.

Ein Gallenstein, der über 6 kg wog, wurde ins Guinnessbuch der Rekorde aufgenommen!

 

Risikofaktoren für das Entstehen von Gallensteinen:

Die sechs  „F“ der Amerikaner:

 

Beschwerden: Cholelithiasis

 

Tipps zur Behandlung

 

Tipps zur Vermeidung von Gallensteinen

Gallensteine stehen selten mit einer bösartigen Erkrankung (Krebs) im Zusammenhang, trotzdem ist jeder froh, wenn er keine zweite Gallenkolik erleben muss.

Gallenfreundliche Diät:

·        cholesterinarm: Getreide, Kartoffel, Obst, Gemüse, Fisch.

·        Vermeiden von cholesterinreichen Lebensmittel: fetter Käse, Butter, Mayonnaise, Leber, Innereien.

·        Fettarm: fettreiche Ernährung begünstigt das Wachstum von Gallensteinen, außerdem könnte durch fettarme Kost das Körpergewicht reduziert werden.

·        Lecithin erhöht die Löslichkeit von Cholesterin in der Gallenblase.

·        Gesunderhalten der Leber also meiden von Alkohol und Giften.

·        Abbau von Übergewicht ist notwendig, aber nicht mit einer Crash- Diät. Wenn längere Zeit keine Nahrung verdaut werden muss, wird die Gallenblase nicht regelmäßig entleert, sodass leicht Steine auskristallisieren können.

·        2x Fleisch in der Woche reicht aus

·        Mehrere kleine Mahlzeiten

·        Vollwerternährung, ballaststoffreich

·        Viel trinken!

·        Viele Extrakte aus Pflanzen (Wermut, Minze, Artischocke, Schafgarbe, Löwenzahn…) regen die Gallenproduktion an, sodass mehr Gallensäure gebildet wird, Entzündungen der Gallenwege verhindert  werden können und Krämpfe gelöst werden. In der Apotheke gibt es eine große Auswahl von Tees, Tropfen, Kapseln mit diesen Kräutern. Pflanzliche Gallenmittel dürfen aber nicht bei einem Verschluss der Gallenwege angewendet werden!

Regelmäßige Bewegung

 

Haben Sie keine Angst vor einer Gallenoperation, dass sich dann Ihr Leben ohne Gallenblase grundlegend ändern müsse, denn auch ohne das Speicherorgan steht dem Körper ausreichend Galle zur Verfügung, um normale Mischkost problemlos zu verdauen.

Wenn Sie schon steinreich sind, so hoffe ich, dass Ihnen ihre Steine nur Freude bereiten.

Alles Gute, Mag. Eva Fellner


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