Apotipp

Zeigt her eure Füße …

Schön langsam kommt wieder der Sommer, die Zeit, in der man seine Füße herzeigen kann in modischen oder luftigen Sandalen, barfuß am Strand…

 

Gepflegte Füße sind schön, vernachlässigte Füße können ein Gesundheitsrisiko darstellen. Pilzerkrankungen schädigen nicht nur die Haut oder Nägel, sie schwächen auch den ganzen Organismus. Besonders Diabetiker, die an Durchblutungsstörungen oder Polyneuropathie leiden müssen genau auf ihre Fußpflege achten. 80% der Bein- oder Zehen- Amputationen könnten mit mehr Aufmerksamkeit auf Veränderungen an den Füßen verhindert werden.

 

Unsere Füße müssen in unserem Leben sehr viel leisten - so gehen sie durchschnittlich 160 000 km weit, etwa viermal um den Äquator. Täglich sind das 8-10 000 Schritte. Außerdem müssen sie dabei das gesamte Körpergewicht tragen, das oft überhöht ist. Die Füße müssen gehen, laufen, tanzen, springen…Knochen, Muskeln, Sehnen, Bänder, und die Haut müssen gut und gesund zusammenspielen. Bis zu 50% unseres Lebens verbringen wir auf unseren Füßen, die meiste Zeit davon in Schuhen. Man sollte der Fußpflege daher Beachtung schenken.

 

Wohlfühlpflege

·       Fußbad etwa 10 Minuten lang

·       Schneiden, Feilen der Zehennägel

·       Entfernen von Hornhaut

·       Massieren und Eincremen

 

 

Fußbäder

Einmal wöchentlich ein zehn Minuten langes Fußbad ist ideal, zu langes Baden weicht die Haut zu stark auf. Ackerschachtelhalm wirkt heilend auf Wunden und Frostbeulen, Kamille lindert Entzündungen, Heublumen sind bei Rheuma und Gicht hilfreich, Eichenrinde bekämpft durch ihre Gerbstoffe Schweißfüße. Für ein Fußbad wird ein wässriger Auszug von 500g Pflanzenteilen dem Badewasser zugesetzt. Lavendel-, Rosmarin- oder Latschenkieferöle wirken erfrischend und desinfizierend. Salze entspannen die Beine angenehm. Das Badewasser darf nicht zu heiß sein, besonders Diabetiker müssen aufpassen, denn sie können durch die Störungen der Nerven und Gefäße die Hitze nicht fühlen. Da sich an den Fußsohlen keine Talgdrüsen befinden und Reinigungsbäder mit Seifen die Haut entfetten, wird diese trocken. Besser zur Reinigung sind rückfettende Produkte oder Duschöle.

Nach dem Bad müssen die Füße gut getrocknet werden, besonders zwischen den Zehen.

 

Ist die Haut zu trocken, können sich Rhagaden an Ferse und Ballen bilden – schmerzhafte, spaltenförmige Risse, die bis zur Lederhaut reichen. Eine besondere Pflege mit 10% Urea weicht die Hornhaut auf.

Profis nehmen zum Entfernen der Hornhaut ein Skalpell oder Hobel. Bei dieser Behandlung ist aber das Verletzungsrisiko recht hoch. Laien sollten nur mit einer Hornhautfeile hantieren.

 

Hühneraugen

Hühneraugen entstehen durch Druckstellen nach dem Tragen von engen Schuhen. Der Hornhautpfropf kann dabei tief in das Gewebe eindringen und auf den Knochen und die Nerven Druck ausüben, sodass es sehr schmerzen kann. Pflaster oder Tinkturen gegen Hühneraugen enthalten Säuren, die die Hornhaut aufweichen, sodass das Hühnerauge nach jeder Behandlung vorsichtig abgetragen werden kann.

 

Schweißdrüsen

350 -700  Schweißdrüsen befinden sich pro cm² an den Füßen, deshalb schwitzen wir dort besonders stark. Erst durch eine Bakterienzersetzung des Schweißes entsteht ein unangenehmer Geruch. Atmungsaktive Schuhe und Baumwollsocken bevorzugen! Häufiges Barfußgehen verringert die Aktivität der Schweißdrüsen. Fußbäder mit ätherischen Ölen, Eichenrinde und Fußcreme mit Aluminiumsalzen beugen der Schweißbildung vor. Entfernung überflüssiger Hornhaut reduziert die Geruchsbildung, weil sich weniger Keime an den Füßen ansiedeln können.

 

Blasen

Obwohl es verlockend ist, sollte eine Blase wegen der Infektionsgefahr nicht aufgestochen werden. Besser ist ein Blasenpflaster auf Hydrokolloidalbasis. Dieses Pflaster bildet ein schützendes Gelkissen, das als Polster fungiert. Die Wunde darunter kann in Ruhe heilen, bis das Pflaster abfällt. Zum Verhindern von Blasen zum Beispiel am Fußballen oder durch Riemchen gibt es eigene durchsichtige Gelpolster, die in den Schuh geklebt werden können.

 

Vorbeugung des diabetischen Fußsyndroms

·       Die Badetemperatur soll höchstens 37Grad betragen

·       Drei Minuten lang mit rückfettenden Seifen baden

·       Sorgfältig abtrocknen

·       Tägliche Kontrolle der Füße und Fußsohlen mit Hilfe eines Spiegels.

·       Bei Verletzungen sofort zum Arzt gehen.

·       Schwielen nie mit einem Hobel oder Klingen entfernen! Keramikfeilen wären ideal.

·       Keratolytika nicht verwenden

·       Pflege mit Fettcreme

·       Mit einer Nagelfeile die Zehennägel gerade kürzen

·       Keine spitzen oder gar rostige Nagelscheren oder Zangen verwenden!

·       Hühneraugen, Blasen, eingewachsenen Nägel nicht selber behandeln

 

Einen schönen Sommer wünscht Mag. Eva Fellner