Apotipp

Blutzuckermessung

 

Ein ähnlicher Artikel von mir ist  in der Fachzeitschrift „der neue Apotheker“ im November 2007 erschienen, verändert Jänner 2009.

 

Wer seinen Blutzucker kennt - Diabetiker oder auch Gesunder - der verhält sich gesundheitsbewusster. Durch eine regelmäßige Kontrolle kann eine Diabetesfolgeerkrankung viel früher erkannt werden. Sehbehinderungen, Nierenerkrankungen, Herzinfarkte, Schlaganfälle oder Amputationen können verhindert werden. Diese Diabetiker erkennen nämlich, dass eine gesunde Lebensweise langfristig eine positive Wirkung auf den Blutzucker hat.

 

Seit dem Anfang der 70er-Jahre kann der insulinpflichtige Diabetiker die Glukose-Messung mittels Teststreifen zu Hause durchführen. Im Handel gibt es zahlreiche Optionen bei den Blutzucker-Messgeräten, so dass es häufig nicht leicht für den Patienten ist, das Gerät zu finden, das für ihn am besten geeignet ist. Wichtige Kriterien bei der Auswahl sind:

·        Gerätegröße- Anzeigenoptik

·        Streifentechnologie

·        Geschwindigkeit der Messung

·        Blutbedarf

·        Möglichkeiten der computerunterstützten Auswertung

·        Kosten

 

Viele Diabetiker, die sich für ein neues Messgerät interessieren, leiden bereits an Folgeerkrankungen wie Sehstörungen, Sensibilitätsstörungen, „Syndrom der steifen Hand“ (diabetische Cheiropathie). Diese feinmotorische Störung kann z.B. beim Hantieren und Einlegen der Teststreifen, Aufbringen von Blut, hygienische Entsorgung der benutzten Streifen…sehr hinderlich sein.

 

Einige Blutzuckermessgeräte im Kurzporträt

(Die Reihenfolge ist ohne Bedeutung, alphabetisch, die Liste ist nicht vollständig)

 

Accu-Chek Go Vorteile

 

 

 Accu-chek® Go (Roche)

Einfache und hygienische Bedienung: Messergebnisse in 5 Sekunden. Warnungen bei Unter- und Überzuckerung, Automatischer Hinweis auf abgelaufene Teststreifen sowie Test - Erinnerung zu 4 Uhrzeiten eigener Wahl sind Besonderheiten dieses Blutzuckermessgerätes. Benutzte Teststreifen müssen durch Auswurf auf Knopfdruck nicht berührt werden. Durchschnittswerte der letzten 7, 14 und 30 Tage werden berechnet, eine Datenübertragung auf den PC ist möglich.

 



 

 

 

 

Accu-chek®compact Plus: (Roche)

Das neue Design ab November 2007. Ein Blutzuckermessgerät, in dem alle Teile (Streifen und Stechhilfe) in einem Gerät sind.

Mit diesem Gerät ist eine mobile Einhand-Bedienung für die Blutzuckermessung möglich, weil eine Teststeifentrommel mit 17 Streifen und eine Stechhilfe integriert sind. Auf Knopfdruck werden einzelne Teststreifen zur Verfügung gestellt und benutzte Streifen sofort ausgeworfen. Die Codierung erfolgt automatisch, Hypo-Warnung, Testerinnerung… Ein „Extra Akustik-Modus“ mit Signaltönen wurde für Sehbehinderte einwickelt. Diabetiker, die viel unterwegs sind oder sehbehindert sind, werden dieses Messgerät schätzen.

 

 

 

 

Accutrend®GCT: (Roche)

Mit Hilfe von Accutrend®GCT können neben dem Blutzucker auch das Gesamtcholesterin und der Triglyceridwert bestimmt werden (wichtige Kontrollmöglichkeiten beim metabolischen Syndrom). Dazu sind jeweils extra Teststreifen notwendig. Man benötigt mehr Blut als bei den Messgeräten, die ausschließlich Glucose messen. Mit einer Kapillare muss das Blut angesaugt werden und auf den Streifen im Gerät aufgetragen werden. Nur die Glucosetestung erfolgt rasch –dauert nur etwa 10 Sekunden - die anderen beiden Messungen dauern drei Minuten.

 

 

 

 

 

 

Ascensia Breeze® (Bayer)

Ascensia BreezeAlle, die viel unterwegs sind, Diabetiker mit motorischen Problemen und solche, denen der Umgang mit Teststreifen aus irgendwelchen Gründen schwer fällt, werden dieses Gerät schätzen. 10 Sensoren in einer Scheibe werden auf einmal eingelegt, es ist kein Hantieren mit einzelnen Teststreifen nötig, die Codierung erfolgt beim Einlegen automatisch. Das bedeutet 1x beladen und 10x messen. Per Auswurftaste können verbrauchte Sensoren hygienisch entsorgt werden.

 

Ascensia® Brio (Bayer)

Das Messgerät von Bayer zeichnet sich durch eine einfache sichere Bedienung aus. Die Teststreifen und die Tasten sind groß und das Display gut ablesbar, d.h. dieses Gerät wurde speziell für Menschen mit ungeschickten Fingern oder für sehbehinderte Patienten  entwickelt.

 

Ascensia CONTOUR

 

 

Ascensia Contour® (Bayer)

Dieses Blutzuckermessgerät wurde 2003 auf den Markt gebracht. Es war das erste, das keine Codierung benötigte. Damit wurde eine häufige Fehlerquelle im Diabetiker-Messalltag ausgeschaltet. Das Gerät liefert präzise, Plasma-referenzierte Messergebnisse. Das ermöglicht einen direkten Vergleich mit den Resultaten des Gerätes der Arztpraxis, des Labors oder des Spitals.

 

Neuentwicklung 2007 Contour TS®: auf einem größeren Display kann man nach acht Sekunden Messzeit die Werte gut ablesen.  Der Messbereich liegt zwischen 10 und 600 mg/dl.

 

 

FreeStyle Freedom

 

 

 

 

Free Style Freedom. (Abbott)

Die Vorteile dieses Blutzuckermessgerätes sind eine besonders übersichtliche Anzeige mit 2 cm großen Ziffern und große Tasten. Besonders für Patienten mit großen Händen und schlechter Feinmotorik, sowie für sehschwache Menschen ist dieses Gerät geeignet. Eine Blutmenge von 0,3 µl reicht für ein sanftes Messen, nach nur ca. 5 Sekunden erhält man ein schnelles Ergebnis. Speicher für 250  Werte mit Datum und Uhrzeit sowie Anzeige des Mittelwertes der letzten 14 Tage können aufgerufen werden.

 

 

 

 

 

OneTouch® Ultra®2 (LifeScan)

Wer ein einfach zu bedienendes, benutzerfreundliches, präzises Glucosegerät sucht, dem kann OneTouch ®Ultra2 empfohlen werden. Das beleuchtete Display bietet selbsterklärende Hinweise zum Messvorgang sowie Erklärungen der Fehlercodes. Mit den Tasten kann einfach vor- oder zurückgeblättert werden - auch im Dunklen. Große Speicher und eine PC-Schnittstelle zur Datenübertragung der Messergebnisse bieten mehr Möglichkeiten, die Messergebnisse auszuwerten. Es werden 7-, 14- und 30-Tages-Durchschnittswerte berechnet.

 

OneTouch® Vita™

OneTouch VITA mg/dl - Blutzuckermessgerät / 1 SetEnde 2008 wurde ein neues Blutzuckermessgerät vorgestellt, das noch einfacher zu bedienen ist: keine Codierung, Messung ohne Tastendruck (schaltet sich beim Einstecken des Teststreifen automatisch ein), eine Meal-Memory-Funktion zeigt den Einfluss von Mahlzeiten auf und kann so den Patienten  zu einem richtigen Essverhalten motivieren.

 

 

 

 

Häufig werden verschiedene Werte bei der Selbstmessung und im medizinischen Labor bestimmt. Dafür gibt es einige Erklärungen.

·        Messungen zu unterschiedlichen Zeiten: unter tags kann sich der Blutzucker oft innerhalb von Minuten ändern.

·        In der Selbstkontrolle wird in der Regel Vollblut aus der Fingerbeere verwendet. Im Labor wird im venösen Blut die Glukose meist im Plasma oder Serum bestimmt, sodass die Werte um10% höher sein können.

·        Die meisten Geräte sind auf Vollblut kalibriert, nur wenige auf Plasma/Serum.

·        Genauigkeitstoleranzen der Blutzuckermessgeräte von +/-15% werden rechtlich toleriert. Bei einem Blutzuckerwert von 200mg/dl entsprechen diese Schwankungen von 170 bis 230ml/dl bei verschiedenen Messgeräten.

 

Der orale Glucosetoleranztest

Der orale Glucosetoleranztest wird angewendet, wenn es nicht ganz klar ist, ob man an Diabetes erkrankt ist oder nicht.

3 Tage lang wirklich kohlenhydratreich ernähren, dann 10 Stunden lang nichts essen und trinken. Bei der Untersuchung muss ein Gemisch aus 75 g Traubenzucker auf 250 ml Wasser oder Tee getrunken werden.

Nach einer und nach zwei Stunden wird Blut abgenommen.

Ist der Blutzuckerwert nach 2 Stunden höher als 140 mg/dl, dann liegt eine Glucose-Intoleranzstörung vor. Liegt er nach dieser Zeit höher als 200 mg/dl Blut, dann ist man an Diabetes erkrankt.

Es gibt einige Faktoren, die das Ergebnis verfälschen können: gerade überstandener Herzinfarkt, Medikamente, ein gerade abgeklungener oder beginnender Infekt …

 

Die Urinuntersuchung bei Verdacht auf Diabetes

Mit diesen Teststreifen kann man den Harnzucker morgens nach dem Aufstehen ganz einfach bestimmen. 

Harnzucker weist deutlich auf einen Diabetes mellitus hin. Die Niere fängt an, Zucker mit dem Urin auszuscheiden, wenn der Blutzuckerspiegel über 150 bis 180 mg/dl beträgt.

Dieser Test ist aber nur in diese eine Richtung aussagekräftig. Hat der Diabetes schon die Niere angegriffen, dann kann die so genannte Nierenschwelle - der Punkt, an dem Zucker mit Urin ausgeschieden wird - erhöht sein. Auch bei sehr hohen Blutzuckerwerten scheidet man dann keinen Zucker mehr aus.

 

Der HbA1c -Wert

Der HbA1c-Wert dient bei Diabetikern zur Kontrolle des Blutzuckers über die letzten 3 Monate hinweg.

Gemessen wird bei diesem Test der Anteil der Glucose, an den sich das Hämoglobin gebunden hat.

Liegt der HbA1c Wert unter 7 %, ist die Wirksamkeit der Diabetes-Therapie in Ordnung. Da er aber den Langzeitwert des Blutzuckerspiegels wiedergibt, kann der Arzt erkennen, wie gut sich der Patient an die Therapie hält. All die "kleinen Sünden" des Diabetikers werden entdeckt: zu wenig Bewegung, falsche Ernährung, unregelmäßige Medikamenteneinnahme...

Im eigenen Interesse sollte jeder Diabetiker den HbA1c Wert jedes Vierteljahr bestimmen lassen.

Mag Eva Fellner