APOTIPP

Bauchschmerzen - vom Baby bis zum Opa

Dieser Artikel von mir ist  in der Zeitschrift „der neue Apotheker“ erschienen

 

...für Dich soll´s ...Bauchschmerzen können abhängig von Alter – Kind, Erwachsener - viele unterschiedliche Erkrankungen anzeigen.

Wenn man überlegt, wie viele Organe sich im Bauchraum befinden und dass diese alle auch erkranken können, kann man sich leicht vorstellen, dass Bauchschmerzen sehr viele Ursachen haben können.

 

 Babys

 

 

 

Kinder

Bauchschmerzen gehören zu den häufigsten Beschwerden im Kindes- und Jugendalter. Kinder haben eine andere Schmerzwahrnehmung als Erwachsene. Kleinkinder projizieren oft auch andere Schmerzen in den Bauch, z.B. Ohren- oder Halsentzündungen und Fieber, weil sie die Schmerzen noch nicht richtig orten können. Erst ältere Kinder (ab ca. 12 Jahren) können den Ursprung von Schmerzen genau angeben.

 

 

Akute Bauchschmerzen können viele Ursachen haben:

·        Harmlose Störungen: Verstopfung, Blähungen…

·        Gefährliche Erkrankungen: Bauchfellentzündungen, Darmeinstülpungen, Leistenbruch, aber auch Lebensmittelvergiftung oder Nahrungsmittelunverträglichkeit…

·        Infektionen des Magen-Darmkanals durch Viren oder Bakterien dauern meist 1-3 Tage, verbunden mit Übelkeit, Erbrechen und Durchfällen

·        Heftige Schmerzen in der Mitte des Bauches (Nabelkoliken) dauern einige Stunden bis zu einem Tag. Die Ursache für diese Koliken der 4- 8 jährigen Kinder ist unbekannt.

·        Auch bei einer Blinddarmentzündung beginnen die Schmerzen im Mittelbauch, nehmen schnell an Heftigkeit zu, meist verbunden mit Fieber oder Erbrechen. Die Kinder liegen dabei gern auf der linken Seite mit angewinkelten Beinen.

·        Entzündungen anderer Organe (Blase, Lungen) bewirken bei Kindern häufig Bachschmerzen! 

Chronische Bauchschmerzen:

Dauern die Schmerzen über drei Monate an und/oder treten sie öfter als einmal pro Woche auf, spricht man von chronischen Bauchschmerzen.

Es gibt über 100 verschiedene Möglichkeiten für organische bedingte Bauchschmerzen, die häufigsten Ursachen bei Kindern sind aber Nahrungsmittelunverträglichkeiten: siehe auch

1.     Störungen der Kohlehydratverdauung, Lactase-magel

2.     Zöliakie (Unverträglichkeit des Glutens in bestimmten Getreidesorten)

3.     Allergien gegen Fremdeiweiß (Hühner- oder Kuhmilcheiweiß)

·        Bauchschmerzen bedingt durch einen gastroösophagealer Reflux, Geschwüre im Magen und Zwölffingerdarm, Infektionen mit dem Bakterium Helicobacter pylori, sowie entzündliche Darmerkrankungen (M. Crohn, Colitis Ulzera) können auch schon im älteren Kindesalter auftreten.

·        Bei Schulkindern hat Bauchweh selten eine organische Ursache, meist aber spielen psychische Faktoren eine große Rolle. Schulprobleme, Schwierigkeiten in der Familie, Aufregung…

·        Viele Kinder mit Bauchschmerzen entwickeln oft im Erwachsenenalter andere chronische Erkrankungen -häufig Migräne oder Rückenprobleme…

siehe auch Obstipation.htm, Blaehungen.htm, helicobacter.htm,Gallensteine.htm, magenbeschwerden.htm,Reizdarm.htm, MorbusCrohn.htm

 

Erwachsene

Viele der oben bei den Kindern beschriebenen Symptome treffen auch für Erwachsene zu. Während einer Lebenszeit von 70 Jahren müssen der Magen und Darm 20 Tonnen Fremdeiweiß verdauen. Außerdem liegen im gesamten Verdauungstrakt mehr als 100 Millionen Nervenzellen, die ununterbrochen Meldungen ans Gehirn schicken. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass Schmerzen und Erkrankungen im Bauchbereich sehr häufig sind. Sie reichen von Obstipation, Durchfall, Blähungen, Infektionen, Regelbeschwerden, Reflux, Ulzera, Reizmagen, Reizdarm, Morbus Crohn, Gallenprobleme bis zu Krebserkrankungen oder Nebenwirkungen von Medikamenten. Besonders häufig sind Schwangere von Magenproblemen betroffen.

 

 

Wegen den vielen Ursachen ist eine genaue Anamnese notwendig

 

Untersuchungen

·        Abhören (Herz und Lunge), Abtasten (Leber, Milz, Teile des Darms)

·        Blutuntersuchung (Entzündungen, Funktion der Leber, Bauchspeicheldrüse und Nieren)

·        Zuckertest auf die Verträglichkeit von Milch-, Frucht-, Koch- oder Traubenzucker

·        Stuhluntersuchung auf Krankheitserreger: Bakterien (z. B. Salmonellen), Viren und Würmer

·        Ultraschallbild der Organe des Bauchraumes, Spiegelung des Magens und/oder des Darms (Endoskopie)

 

Die Behandlungstipps richten sich nach den Ursachen:

Das Milchzucker spaltende Enzym Laktase fehlt oder wie bei etwa 15% der westlichen Bevölkerung die Aktivität von Laktase nach dem Säuglingsalter abgenommen hat, sodass Laktose nicht in Glukose und Galaktose gespalten werden kann. Die Laktose verbleibt im Darm, nimmt osmotisch Wasser auf, der Stuhl wird sehr wässrig: Meiden von Milchprodukten! Nur kleine Mengen von Joghurt, Butter oder gereiftem Käse (enthalten weniger Laktose) sind erlaubt. Bei leichtem Laktase– Mangel kann das Enzym, in Kapsel gepresst, ersetzt werden.

·        Kohlenhydratresorptionsstörungen: speziell bei Fructose

Wenn zuviel Fruchtzucker im Darm von den Bakterien aufgenommen wird, wird vermehrt CO² gebildet. Blähungen, Bauchkrämpfe, Darmgeräusche, plötzlicher Stuhldrang mit Schleim treten auf.

Vermeiden von Fruchtzucker! Obst ist verträglicher, wenn gleichzeitig Glukose eingenommen wird. Saccharose wird normal resorbiert.

·        Gluten-Allergie: Zöliakie:

Industriell hergestelltes, luftiges Brot enthält große Mengen an Proteinen mit Gluten (Klebereiweiß), das häufig Autoimmunerkrankungen mit Durchfällen und Krämpfen auslöst. Eine glutenarme oder sogar glutenfreie Diät einige Wochen lang bessert meist diese Reizdarmbeschwerden.

 

Rezeptfreie Medikamente, die auch während der ganzen Schwangerschaft bedenkenlos eingenommen werden können: siehe auch Schwangerschaftsmedikamente.htm

 

·        SODBRENNEN: Alucol®, Bullrich-Salz®, Rennie Antacidum®, Rennie Digestiv®, Solugastril®

·        VERDAUUNGSPRÄPARATE: Arcaenzym®, Biogelat-Artischoke®, China-Eisenwein®, Disflatyl®, Enzynorm f.®, Helo-Acid®, Helopanflat®, Helopanzym®, Hepa-S-®, Iberogast®, Montana®, Neoplex®, Nivelip®, Pankreoflat®, Sab-Simplex®

·        OBSTIPATION: Bifiteral®, Duphalac®, FX-Passagesalz®, Glycerinsuppositorien, Laxabene®, Lecicarbon®, Microklist®

·        DURCHFALL: CarboMedicinalis®, Biocarbon®, Norit®, Normhydral®, Normolyt®

·        DARMFLORA: Antibiophilus®, Hylak®, Omniflora®, Yomogi®

·         

 

Mag Eva Fellner